Liebe Gebührenzahler,

November 20th, 2007

ab sofort gibt’s mehr für Eure GEZ-Gelder. Der NDR startet als erste ARD-Anstalt ein Pilotprojekt und stellt ausgewählte Beiträge der Fernsehsendungen Zapp und Extra 3 unter eine freie Creative-Commons-Lizenz. Ihr dürft sie legal kopieren, anschauen, auf euer Weblog einbinden… Aus der offiziellen NDR-Presseerklärung:

NDR Intendant Prof. Jobst Plog: “Die Inhalte, die wir im Netz zur Verfügung stellen, haben unsere Zuschauer über die Rundfunkgebühr bereits bezahlt. Weil wir über das Internet speziell junge Zielgruppen erreichen, ist der Einsatz von Creative-Commons-Lizenzen für uns besonders interessant. Auf diese Weise tragen wir veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung.”

Volker Herres, NDR Programmdirektor Fernsehen: “Wir wollen die Menschen mit unseren Angeboten erreichen - auf welchem Weg dies geschieht, ist sekundär. Den extra 3-Film von Olivia Jones auf dem NPD-Parteitag haben beispielsweise alleine bei youtube weit mehr als 250.000 angesehen. Das ist toll. Und vielleicht schaltet der eine oder andere beim nächsten Mal direkt das Original ein.”

Auf den Seiten des NDR gibt es weitere Infos.

Liebe “Information wants to be free”-Fraktion, bevor das Gejammere losgeht: Ja, es ist die unfreieste cc-Lizenz: BY-NC-ND. Freut Euch trotzdem, dass der NDR die in der ARD manchmal anzutreffende “Meine Inhalte gehören mir und wehe, der Gebührenzahler nutzt sie nicht so, wie ich ihm das vorgebe”-Haltung aufgibt und neue Wege ausprobiert.

Wenn das Pilotprojekt auf Akzeptanz stößt und sich bewährt, wird es vielleicht erweitert.

Also, der NDR braucht Euer Feedback! Und jetzt viel Spaß mit unter anderem dem wunderschönen Transvestiten Olivia Jones bei Transnet und - der Klassiker -Olivia bei der NPD.

[Disclaimer: Der NDR ist mein Arbeitgeber und ich habe an dem Projekt mitgearbeitet.]

Entry Filed under: Netzkultur

7 Comments Add your own

  • 1. Wortfeld » Lizensie&hellip  |  November 20th, 2007 at 7:17 pm

    […] Mehr dazu bei Meike, die an dem Projekt mitgearbeitet hat, und am Mittwoch um 23 Uhr bei Zapp im NDR Fernsehen. […]

  • 2. Wortfeld » Lizenzie&hellip  |  November 20th, 2007 at 9:10 pm

    […] Mehr dazu bei Meike, die an dem Projekt mitgearbeitet hat, und am Mittwoch um 23 Uhr bei Zapp im NDR Fernsehen. […]

  • 3. Tim Schlotfeldt  |  November 20th, 2007 at 10:28 pm

    Moin Meike,

    es ist ein erster, wichtiger Schritt. Ich finde es tolle, dass ihr das gemacht habt und dass ihr dafür sicherlich das eine oder andere Brett gebohrt habt.

    Es ist ein erster Schritt. Ich hoffe, es werden weitere Schritte folgen.

    Wenn das Pilotprojekt auf Akzeptanz stößt und sich bewährt, wird es vielleicht erweitert.

    Kannst du das näher erläutern? Zum Beispiel, wie sich aus Sicht des NDR eine »Bewährung« aussehen könnte?

    Herzliche Grüße
    -Tim

  • 4. Meike  |  November 20th, 2007 at 11:51 pm

    (Positive) Reaktionen der Nutzer wären schon mal ein Grund, um das Pilotprojekt fortzuführen. Und wir müssen schauen, wie sich das Procedere (Umgang mit Fremdmaterial, Rechteklärung) in den Redaktionsalltag integrieren lässt.

  • 5. ximian  |  November 21st, 2007 at 5:29 pm

    Hallo Meike,

    auch wenn ich zu der “Information wants to be free”-Fraktion gehöre *g*, muss ich sagen: das ist ein toller Anfang! Allein dafür, dass die Podcasts nun legal in torrentbasierten Playern wie Miro effektiv verwendet werden können und die Inhalte nicht nur von deren Servern runtergeladen werden müssen.

    ximian

  • 6. marco  |  November 22nd, 2007 at 5:54 pm

    lang genug hat es ja auch gedauert… sehr schoen. gruss aus aegypten!

  • 7. keimform.de » Ausla&hellip  |  November 22nd, 2007 at 10:40 pm

    […] Es ist gut möglich, dass sich die Tendenz zu GEMA-freier Musik massiv verstärken wird, und zwar als Ergebnis eines Netzwerkeffektes, den Creative Commons ausgelöst hat. Jüngstes Beispiel ist der NDR, der zwei Sendungen (Zapp und Extra3) unter einer CC-Lizenz zum Download ins Netz gestellt hat. Im einem Beitrag zur Nutzung von CC erklärt der NDR, dass die Redakteure nun aufpassen müssen, keine Musik zu verwenden, für die bezahlt werden muss — also meistens GEMA-Musik. Je mehr Sendungen also CC-lizensiert freigegeben werden — da sie ja durch die Gebührenzahler »schon bezahlt« seien, so das nachvollziehbare Argument von NDR-Chef Plog –, desto weniger GEMA-Musik wird verwendet und desto weniger Tantiemen fließen an die GEMA. Das könnte sich schon bald auf der Einnahmeseite negativ niederschlagen. […]

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