Posts filed under 'film'

iCommons 07: Gepiratetetete (?) freie Filme

Als Schmanckerl: Der Film “Starwreck - In the Pirkinning” steht unter einer freien creative commons-Lizenz, seine Macher haben ihn eigenhändig in p2p-Netze eingespeist. (Hintergründe hier.) Lustigerweise haben chinesische und russische Profi-Piraten den Film als DVD rausgebracht. Hier die Beweisfotos:

pirated_dvds_vorn.JPG

pirated_dvds_hinten.JPG

Haben Samuli und Stephen ziemlich stolz auf ihrem iCommons-Workshop herumgezeigt. Ist auch wirklich originell.

Ich habe den Film inzwischen auch gesehen - obwohl ich Starwars doof finde und überhaupt mit Science Fiction wenig anfangen kann, eher so aus professionellem Interesse. Und was soll ich sagen? Ich hatte einen 1a-albernen Fernsehabend! Allein die Eingangsszene: Der Emperor schreitet auf Kommandodeck und schleift einen Streifen Klopapier hinter sich her. Oder wie der Emperor mit einem Gamer-Joystick das feindliche Kampfschiff abschießen möchte. Genau meine Humorlage! Der Film ist gut, mit Liebe gemachter Nonsense. Die Kampfschiff-Weltallszenen sind beeindruckend. Positiv überrascht. Man muss ja schon sagen, die meisten freien Produktionen sind ja nicht immer Griffe in die Glückskiste der Unterhaltung - Starwreck ist ein Glücksgriff, eindeutig.

1 comment June 25th, 2007

iCommons 07: Interview with the Starwreck guys

New Podcast from the icommons summit. I’m switching to English, since all interviews are in this language. This morning, I met Samuli Torssonen and Stephen Lee from Starwreck Studios. Samuli was one of the initiators - and is starring as the emperor - in the movie “Starwreck - In the Pirkinning”. Samuli explains how he and his fellows realized the movie and how they managed to make Universal distribute the DVD although everybody can download the work for free. (Yes, it makes perfect sense! Just listen to the interview!)

starwreck.jpg
Nice guys, they claim to have made the most successful finish film ever. Samuli says he was the only one who could play the emperor because he managed to keep the same haircut for 7 years… There will be pictures of him, I took some, but since I managed to leave the camera-usb-cable at the pension, everyone interested in his haircut has to wait until tomorrow.

Here it is.

samuli_stephen.JPG

Here is the mp3, ogg (18 minutes). (What is ogg? A free standard, see Wikipedia.)
Their next film project is iron sky. Story: In 1945, the Nazis went to the moon, but are planning to come back in 2018. I think that sounds promising!

ironsky.gif

Note: I’ll try to transcribe the essentials of the interview, but this will take time.

3 comments June 16th, 2007

Kommentierte Linkliste Kurzfilm 2.0

Hier wie versprochen die kommentierte Linkliste, Nachlese meines Vortrags “Freie Filme - Alternative Finanzierungs- Distributions- und Produktionsstrategien” im Rahmen des 23. Internationalen Kurzfilm Festival Hamburg.

CREATIVE COMMONS (cc)
Alternatives Urheberrecht, ersetzt “All rights reserved” durch “Some rights reserved”. Mehr bei irights.info und Wikipedia.

Lawrence Lessig
Amerikanischer Verfassungsrechtler, einer der Gründer und Aushängeschild von cc. Sein Blog, hier Mr. Lessig in action (Video bei blip.tv), sein Buch “Free Culture” (download).


ALTERNATIVE FINANZIERUNGSMODELLE

Videohoster

  • revver.com: Geschäftmodell basiert auf cc, revver.com teilt Werbeerlöse mit den Menschen, die Videos hochladen.
  • Weitere Videohoster, die Filmemacher vergüten: z.B. bli.tv, metacafe. Siehe auch diese Studie, die untersucht, wer zu welchen Bedingungen zahlt.

DVD-pre-Order

Anteilskauf

  • A Swarm of Angels. Für rund 37 Euro kauft man sich in das Filmprojekt ein, erwirbt mit der Mitgliedschaft auch Mitspracherechte.

Spenden

  • z. B. fundable. Plattform, wo Spender und Geldgeber zusammentreffen
  • veb film Leipzig. Spenden sammeln via transparentem Online-Konto. veb Leipzig ist das erste deutsche open source filmlabel, haben den ersten deutschen Longplaymovie (Route 66) herausgebracht, der unter cc lizensiert wurde.

Kulturflatrate

  • Pauschalabgabe auf Breitband-Internetanschluss, CD-Brenner, etc. Ähnliches Modell, wie es z. B. die GEMA in der Musikwelt praktiziert. Ist noch Zukunftsmusik, aber ein vielversprechendes Modell. Mehr Infos auch beim fairsharing-Netzwerk.

DISTRIBUTION

  • brave new theaters. Webseite, wo Filmemacher und Filmvorführer sich untereinander organisieren: Filmemacher stellen ihre Filme ein, Menschen, die diesen Film aufführen möchten, melden die screenings dort an. Die Filmhoster müssen die DVD des Films erwerben, ob sie Eintrittsgelder verlangen, bleibt den hostern selbst überlassen. Wird in den USA hauptsächlich von politschen Dokumentarfilmern genutzt, die wegen ihrer Positionierung Mühe haben, einen Verleih zu finden.

KOLLABORATIVE FILMPROJEKTE

  • Echo Chamber Project: Selbstbeschreibung: “The Echo Chamber Project is an open source, investigative documentary about how the television news media became an uncritical echo chamber to the Executive Branch leading up to the war in Iraq.”
  • A Swarm of Angels (ASOA): Selbstbeschreibung: “A groundbreaking project to create a £1 million film and give it away to over 1 million people using the Internet and a global community of members.”
  • Mymoviemashup: Myspace kopiert die ASOA-Idee.

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STICHWORT NETZÖKONOMIE

Add comment June 13th, 2007

Neue Projekte der Blender-Foundation

Die Blender-Foundation, das sind die Leute um Ton Roosendaal und die Animation “Elephants Dream”, planen Neues. Mehr bei netzpolitik.org.

Add comment June 13th, 2007

Good copy, bad copy

Update: doch cclizensiert, Danke für den Hinweis.

Ich habe gerade Urlaub und darum endlich mal Zeit, dieses Blog mit Inhalt zu füllen. Noch ein cc-lizensierter Film ist mir über den Weg gelaufen: Good copy, bad copy. A documentary about the current state of copyright and culture. Habe noch nicht reingeschaut, leider läuft auch der Flash- Trailer wie üblich nicht richtig unter Kubuntu. Gemacht ist der Film von Andreas Johnsen, Ralf Christensen und Henrik Moltke.
Featuring, in order of appearance:

DR LAWRENCE FERRARA, Director of Music Department NYU
PAUL V LICALSI, Attorney Sonnenschein
JANE PETERER, Bridgeport Music
DR SIVA VAIDHYANATHAN, NYU
DANGER MOUSE, Producer
DAN GLICKMAN, CEO MPAA
ANAKATA, The Pirate Bay
TIAMO, The Pirate Bay
RICK FALKVINGE, The Pirate Party
LAWRENCE LESSIG, Creative Commons
RONALDO LEMOS, Professor of Law FGV Brazil
CHARLES IGWE, Film Producer Lagos Nigeria
MAYO AYILARAN, Copyright Society of Nigeria
OLIVIER CHASTAN, VP Records
JOHN KENNEDY, Chairman IFPI
SHIRA PERLMUTTER, Head of Global Legal Policy IFPI
PETER JENNER, Sincere Management
JOHN BUCKMAN, Magnatune Records
BETO METRALHA, Producer Belém do Pará Brazil
DJ DINHO, Tupinambá Belém do Pará Brazil

Das ist ja eine illustre Mischung.

4 comments June 5th, 2007

brickfilms unter cc

Fundstück: brickfilme sind Stop-Motion-Animationen mit Lego und lustig anzusehen. Diese hier von Mirko Horstmann werde ich nicht auf dem Kurzfilmfestival zeigen, aber anschauen lohnt. Vor allem “Der Fische und seine Frau” - das nachgebaute Kanzleramt ist super. Mirko hat all seine Sachen unter der Lizenz “Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5″ frei gegeben.
fischer.jpg

Add comment June 5th, 2007

Vortrag auf dem Internationalen Kurz Film Festival Hamburg

Am Donnerstag, 7. Juni, 12 Uhr, halte ich einen Vortrag auf dem 23. Internationalen Kurz Film Festival Hamburg:

Work in progress: Film 2.0

Dank Breitband-Revolution, Tauschbörsen und Videohostern ist das Internet ein riesiger Kinosaal geworden. Auch die Filmemacher nutzen den digitalen Raum und experimentieren mit alternativen Produktions-, Finanzierungs-, und Erlösmodellen. Die preisgekrönte Animation “Elephants Dream” steht beispielsweise frei verfügbar als Download im Netz, die Produktionskosten von 120.000 Euro wurden zu einem Viertel via projekteigener Webseite über DVD-Vorverkäufe generiert. Die Macher des Zehnminüters, der weit über eine Million Zuschauer gefunden hat, gehen auch urheberrechtlich neue Wege. Der Kurzfilm steht unter einer Creative Commons-Lizenz, einer Art Lizenz für das Internet-Zeitalter, die Urhebern wie Konsumenten eine flexiblere Handhabung ihrer Rechte ermöglicht und unter Umständen sogar das freie Tauschen und Kopieren erlaubt. Projekte wie “A Swarm of Angels” oder “Echo Chamber” wollen dagegen den Produktionsprozess neu erfinden und binden die Netzgemeinde kolaborativ in den Entstehungsprozess des Films ein. Dieser Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Meike Richter stellt die neuen Entwicklungen vor. Wo liegen die Chancen, wo die Risiken? Vor allem: Wenn das Werk im Netz umsonst erhältlich ist – wer bezahlt dann für die Arbeit?

Anschließend gibt es ein knapp halbstündiges Filmprogramm zu sehen mit Filmen, die unter Creative Commons lizensiert sind. Der Vortrag ist in englischer Sprache und läuft unter dem Programm-Schwerpunkt “Work in Progress” - da gibt’s ja einiges zu erzählen. Ich freue mich aufs Publikum.

Add comment June 5th, 2007

Filme mixen

Seit einiger Zeit trage ich unausgegore Gedanken mit mir herum, in etwa: So wie neue Studiotechnik in den 80er Jahren das Sampling und damit den HipHop als neues Genre etablierte, wird neue Film-Mashup-Technik ebenfalls spannende Kunstformen hervorbringen. Reinhard W. Wolf ist schon ein bisschen weiter. Sein Artikel auf der Seite des Kurzfilmmagazins verschafft einen Einblick ins Thema.

Add comment June 4th, 2007

Video-Hoster: Wer zahlt am besten?

Das wollen sie alle wissen: “How to earn money with free bits”, war ja auch eine der Leitfragen der WoS. Videomacher können hier ziemlich genau nachlesen, wie es wo am meisten für ihre Filmchen gibt, wenn sie frei im Netz stehen. blip.tv hat die besten Konditionen, revver.com schneidet gut ab, vorausgesetzt, dass die User die ads clicken. Der Report stammt von Light Reading, ein Info-Dienstleister für die Telco-Branche.

Mashable hat noch eine Umfrage zum Thema.

Heute habe ich einen tollen Blog zu digitalem Film entdeckt. Es gehört Bertram Gugel, schönes Ding. In seinem “Internet Video Business Video”- Wiki steht alles das gesammelt drin, was zu dem Thema relevant ist. Praktisch! Und der Newsaggregator ist auch super. Danke Bertram!

1 comment March 12th, 2007

brand eins über Urheberrecht

Matthias Spielkamp hat in der Märzausgabe der brand eins einen lesenswerten Artikel über die Tücken des Urheberrechts geschrieben:

IM NAMEN DES SCHÖPFERS
Das neue Urheberrecht sollte die Verfassung des digitalen Zeitalters werden. Doch es nützt vor allem den Medienkonzernen und Anwälten.

Ist aber erst im April online. Matthias hat einen Auszug in seinem Blog veröffentlicht:

„Es gibt viele Bereiche, in denen das Urheberrecht weder die Interessen der Kreativen noch jene der Allgemeinheit ausreichend zu berücksichtigen vermag“, sagt Reto Hilty. Hilty ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht in München, dem führenden deutschen Forschungsinstitut, wenn es ums Urheberrecht geht. Sein Wort findet in der Szene Gehör, auch im Bundesjustizministerium. Aber offenbar nicht genug. Denn, so Hilty, geprägt werde die Urheberrechtspolitik von Unternehmen wie EMI, Sony-BMG und den großen Hollywoodstudios, Großverlagen wie Bertelsmann/Random House und Softwaregiganten wie Microsoft. Hiltys Forderung: „Wir müssen ehrlicher diskutieren, was Sache ist. Es ist doch absurd, dass in der ganzen politischen Diskussion immer und allein vom ‚Urheber’ die Rede ist. Gemeint ist damit aber nicht der Kreative, sondern in aller Regel eben die Urheberrechtsindustrie. Die hat gewiss in vielen Fällen gute Gründe, sich für ihren eigenen Rechtschutz einzusetzen, im Filmbereich zum Beispiel werden durchaus große Summen Geld investiert, die irgendwie auch wieder amortisiert werden müssen.“ Doch der Schutz hungerleidender Schöpfer“, sagt Hilty, komme dabei zu kurz.

Erfrischend deutlich. Danke! Matthias schildert auch den Fall des Filmemachers Virgil Widrich, der gegen YouTube vorging, weil sein Kurzfilm “Fast Film” dort abrufbar war. Was ich dabei nicht verstanden habe: YouTube hat dafür gesorgt, dass der Verkauf der Fast-Film-DVD sprunghaft angestiegen ist. Warum geht er dann gegen die Videoplattform vor? Er hat doch davon profitiert, das sein Film frei verfügbar war. Ok, es gab über 51.000 Downloads, und das hat ihm keiner vergütet. Sowas wie eine Kulturflatrate haben wir leider nicht. Aber ohne YouTube hätte er die DVDs eben auch nicht so gut verkauft. Übrigens: der Film steht da immer noch. Wirklich schön. Aber was für eine miserable Qualität - jeder echte Filmfan ordert, einmal angefixt, flugs die DVD. Da liegt der Hase im Pfeffer bzw. das Geld im Internet.
Und wo ich schon dabei bin: Matthias’ Artikel über den Hackerparagraphen (brand eins 01/2007) ist mittlerweile online einsehbar. Genauso lesenswert.

DAS TROTZKOPF-PRINZIP
Die Bundesregierung will den Besitz von Programmen bestrafen, mit denen sich Schaden anrichten lässt.
Dummerweise soll das auch für Sicherheitsfachleute gelten.
Die IT-Branche kämpft in seltener Einigkeit gegen den Plan – vermutlich vergeblich.

2 comments March 6th, 2007

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