Posts filed under 'bloglife'
Der Mann mit der Überdosis Charisma hat gestern an der Siegessäule erwartungsgemäß über alles gesprochen, was man so sagen muss als Präsidentschaftskandidatenkandidat ((c) Extra 3). Was der deutsche Übersetzer gestern unterschlagen hat, aber mir beim nochmaligen Gucken auf Video und Dank Zweikanalton auffiel: Obama hat sogar iranische Blogger in seiner Rede untergebracht. Politiker Deutschlands, schaut auf diesen Mann!
July 25th, 2008
Ahoi Polloi ist ein Comicblog, ein sehr gutes sogar. Jeden Tag gibt es einen neuen. Der vom 20. Juni gefällt mir sehr. Würde das Bild gerne einbinden. Es steht aber unter klassischem Urheberrecht, daher nur ein Link drauf.
Und wie so oft wünsche ich mir ein Zitatrecht für Bilder. Das Zitatrecht gilt ja leider nur für Text. Vielleicht kommt’s ja mal? Als sich das Urheberrecht entwickelt hat - 18. Jahrhundert - hatten wir eine textbasierte Kultur. Die Juristen haben daran gedacht, eine Schrankenbestimmung wie das Zitatrecht in die Paragraphen zu formulieren. Längst haben wir uns zu einer bilderhungrigen, visuellen Kultur entwickelt. Vielleicht schreiben fortschrittliche Juristen irgendwann mal - ich tippe auf das Jahr 2022 - ein Bilderzitatrecht ins Urheberrecht bzw. weiten es aus.
Bei der ersten re:publica habe ich übrigens Udo Vetter gefragt, wie er das mit dem Zitatrecht für Bilder sieht. Antwort: Doch, sowas wie ein Bilderzitatrecht gebe es. Eine andere anwesende Juristin verneinte kategorisch. Auf der re:publica 07 habe ich Till Jäger gefragt, der meinte: “Hängt vom Kontext ab.” Wen frage ich bloß nächstes Jahr?
June 24th, 2008
re:publica 2007, ein Reporter fragt mich: “Hallo, du bist eine Frau - hast du einen Blog?
“Ja.”
“Kann ich dich kurz interviewen?”
re:publica 2008, ein Radioreporter erkennt messerscharf: “Oh, du bist eine Frau!”
“Das ist korrekt.”
“Mit Blog? Toll! Kann ich dich kurz interviewen?”
Frauen in jungsdominierten Kreisen sind spannend für Journalisten, ok. Überhaupt ist interessant, warum sich so wenig Frauen in Blogger/Nerdkreise verirren. Mich interessiert das neuerdings auch, im Gegensatz zu früher. Wegen meiner zwei X-Chromosomen interviewt zu werden finde ich doof. Es wäre mir lieb, wenn mein Geschlecht gar keine Rolle spielt - tut es natürlich ständig. Bei Jan und in diversen anderem Blogs wird über das Thema “Weibliche Blogger” diskutiert. Anlass ist die re:publica-Veranstaltung “Strickblogs oder Postfeminismus - Bloggen jenseits des Schwanzvergleichs” (Der Titel geht gar nicht.) Anke Görner hat zur Frage “Bloggende Frauen” ein lesenswertes Posting geschrieben.
Jetzt im Nachhinein sind mir doch noch ein paar Themen eingefallen, die vielleicht für weibliche Blogger interessant gewesen wären: Welche Risiken gibt es für uns, die die meisten Männer wohl nicht haben werden (Stichwort Stalking oder sexuelle Belästigung per Kommentar oder Mail) und wie kann man sich dagegen wehren bzw. davor schützen? Können wir uns zu einer Art Webring zusammenschließen, wollen wir das, müssen wir das? Wäre es vielleicht sogar finanziell interessant, ein Netzwerk aus weiblichen Blogs zu schaffen, weil man damit Werbetreibenden eine sehr spitze (no pun intended) Zielgruppe bieten könnte? Und generell: Wieso ist überhaupt das Bedürfnis da, sich absetzen zu wollen, sich darüber einen Kopf machen zu wollen, dass man nun mal als Frau schreibt?
Die Webring-Idee finde ich gut. Weil: Ich bin Fan von Netzwerken, habe aber kein einziges weibliches. Das wäre aber sinnvoll. Auf den CCC-Kongressen gab es ja mal den Haecksen-Raum - das war angenehm. Weil, du meine Güte - da sind Frauen wirklich in der Minderheit. Und Minderheit-Sein und Attraktion-Sein fühlt sich merkwürdig an. Ich bin für vernetzen. Meinungen dazu?
April 16th, 2008
Nach dem ersten re:publica-Tag und der lustigen Twitter-Follower-Party von Sascha Lobo (Danke fürs Bier!) nachts um 2 schnell ins Taxi gesprungen Richtung “endlich schlafen”. Einen auf den ersten Eindruck netten, interessierten Taxifahrer erwischt, der Blogs sehr schätzt, er liest nämlich einen: Politically Incorrect. Ach, sage ich etwas perplex. Warum er das denn liest, was ihn da interessiert? Ich treffe selten auf rassistische, rechtsradikale, obskure Verschwörungstheoretiker, da habe ich halt nachgefragt. Naja, mit rassistischen, rechtsradikalen und etwas dämlichen Verschwörungstheoretikern kann man sich nicht wirklich unterhalten. Wie sich schnell herausstellte. Nach ca. 4 Minuten hatte ich einen aufgebrachten, aufs Lenkrad schlagenden Typ neben mir, der sehr schlimme und sehr dämliche Sachen von sich gegeben hat. Vokabeln wie “Vaterland”, “Abschaum”, “Stolz”, “menschlicher Dreck”, “alles Terroristen” spielten prominente Rollen. Er konnte es partout nicht akzeptieren, dass ich als Vertreterin der Medien bla bla nicht über die drohende Islamisierung Deutschlands bla bla schreiben würde. Kurz habe ich überlegt, ob ich mich vielleicht fürchten müsste. Aber nein. Es war alles so… jämmerlich. Hassen muss furchtbar anstrengend sein, habe ich gedacht. Auf dem Autositz neben mir tobte einfach ein von Hass zerfressendes, keifendes, leeres, tragisches Menschlein vor sich hin. War nicht so schön.
Schon absurd, so ein Erlebnis während einer Bloggerkonferenz. Auch heilsam. Ich neige dazu, digitale Medien und was die Menschen damit anstellen zu verherrlichen. Von wegen “Demokratisierung, Partizipation etc”. PI belegt Platz 49 der deutschen Blogcharts.
April 11th, 2008
Mit gewohnter Verspätung reiche ich noch ein paar Einträge zur re:publica nach.
Panel “Zukunft sozialer Netzwerke”
Tim Pritlove: “Was ist die StudiVZ-Datenbank denn jetzt wert?”
Michael Brehm: “Nichts.”
Tim: “Ich gebe Ihnen 50 Euro.”
Panel “Was ist öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter?”
Johnny Haeusler: “Ich gebe jetzt mal den Blogger-Schäuble und fordere das Maximum…”
(Das Panel war sehr spannend, Mitschnitt bei hobnox.)
Panel “Musik im Netz”
Johnny Haeusler: “Klar wird viel Geld verdient mit Musik. Das landet bei Steve Jobs.”
Typische Verabsschiedung zweier Blogger auf einer Bloggerkonferenz:
“Ich les’ dich!”
“Ich dich auch!”
April 11th, 2008
Heute Abend steige ich in den Zug Richtung re:publica und möchte kurz auf ein von mir moderiertes Panel “Creative Commons - Tools for the Remix-Generation” hinweisen. Es diskutieren Mario Sixtus (Elekrischer Reporter, hoffentlich), Jürgen Werwinski (NDR) und Nicole Ebber (zeitgeisty.cc). Nach fünf Jahren CC ist die Phase” Wie geht das? Aha. Praktisch, dass es das gibt!” abgeschlossen. Wir wollen das Phänomen mal näher beleuchten:
Wer wendet cc eigentlich an? Ist es nur ein Baukasten-Lizenzsystem für Kreativ-Dilettanten? Oder nutzen es auch Vertreter der klassischen Medien/Kunstwelt? Sind freie Inhalte eine Grundbedingung, damit mündige Netzbürger ihren digitalen Alltag leben können?
Hat jemand weitere Diskussionspunkte? Fragen, die er/sie immer schon mal stellen wollte? Bitte in die Kommentare.
Und jetzt verstaue ich noch eine Dreiersteckdose in meiner Reisetasche. Wie auf jeder Blogger/Nerdkonferenz wird mir das viele neue Freunde bescheren 
April 1st, 2008
Der CCC hat den Fingerabdruck des Wolfgang S. stibitzt und veröffentlicht. Während die gut gelaunten Hacker das Land mit biometrischen Panini-Alben überschwemmen, sitzt Wolfgang S. kochend vor Wut mit seinen engsten Beratern in seinem Berliner Büro. Hektisch rollt er auf und ab.
Wolfgang S: Verflucht, wie stehe ich jetzt da?! Jetzt glaubt mir keiner mehr, dass der biometrische Pass sicher ist!! Und ich will meinen Abdruck zurück, der gehört mir! Wer ist dafür verantwortlich?
Berater 1: Der CCC…
Wolfgang S.: … hören Sie auf zu stottern, man!
Berater 1: Der Chaos Computer Club. Das sind so Leute, die machen was mit Computern und legen Wert auf ihre Privatsphäre.
Wolfgang S.: Hä? SOLANGE ICH HIER CHEF BIN KÖNNEN DIE SICH IHRE PRIVATSPHÄRE IN IHRE UNGEWASCHENEN HAARE SCHMIEREN! Egal, können wir die wegsperren?
Berater 2: Nun, es ließe sich was konstruieren… schließlich haben sie den Fingerabdruck bekommen, indem sie ein von Ihnen berührtes Glas mitgenommen haben, das war auf einer Podiumsdiskussion…
Wolfgang S.: Genug, dann sperren wir die weg!! ALLE!!
Berater 2: Chef, ich würde das nicht empfehlen, das gibt schlechte Presse. Wir sollten besser…
Wolfgang S.: Presse? Die sperren wir mit weg! Da konstruieren wir auch was…
Berater 1: Geheimnisverrat, Terrorismus, jaja, das kriegen wir hin. Ich rufe gleich die Monika an.
Wolfgang S.: So machen wir es! ALLE wegsperren! Und nur wer täglich 100 Mal: “Ich darf keine biometrischen Daten klauen oder darüber berichten” betet, kommt vor 2015 wieder raus!
Berater 2: Naja, wir sollten besser sagen, dass diese Sache kein Problem für Sie ist. Veröffentlichen Sie lieber ein Statement, so in der Art: “Das lässt mich kalt. Ich habe nichts zu verbergen und damit nichts zu befürchten. Jeder kann meine Abdrücke haben.” Wir sollten abwiegeln. Dann vergessen die Leute die Angelegenheit schneller.
Wolfgang S.: Was? Wir sollen die Hacker davonkommen lassen? Und ich? Was wird aus mir? Und aus meinem geklauten Fingerabdruck? Kann ich neue Finger kriegen? Ich will neue Finger, sofort!
Berater 1: Ja, also ich kenne da einen Chirurgen… das lässt sich machen. Außerdem sollten sie ab sofort nichts mehr anfassen.
Wolfgang S.: Och, nö. Kann ich nicht Finger haben, die überhaupt keine Abdrücke mehr hinterlassen?
Berater 1: Äh, ich informiere mich mal. Ansonsten könnten Sie zusätzlich einen persönlichen Assistenten einstellen, der immer alle von Ihnen berührten Gegenstände abwischt.
Wolfgang S.: Ja, gut. Ich will so einen Assistenten! SOFORT!
Die aktuelle Ausgabe des CCC-Vereinsorgans “Datenschleuder” inklusive biometrischem Sammelalbum lässt sich hier bestellen.
March 30th, 2008
Vom 2. bis 4. April bitte alle auf nach Berlin zur Bloggerkonferenz re:publica. Letztes Jahr hatte ich da eine sehr gute Zeit, vor allem in den Pausen. Pausen und Abende sind sowieso immer das beste bei Konferenzen. Dieses Jahr bietet die re:publica noch mehr Programm und vielleicht wird’s noch besser - die Pausen, die Abende und ja gut auch die Vorträge und Podiumsdiskussionen. Spreeblicks Johnny Haeusler und Netzpolitiks Markus Beckedahl sind die Hauptveranstalter.
Zwei numerische Mini-Porträts:
MARKUS BECKEDAHL

Zahl der täglich durchgescannten RSS-Feeds: über 600* (eigene Auskunft)
Technorati-Authority: 1.109
Google-Treffer: 16.700
Kontakte bei Xing: 518
Umfang der Tagcloud: fast so groß wie Europa, siehe selbst
JOHNNY HAEUSLER

Zahl der täglich durchgescannten RSS-Feeds: 300* (eigene Auskunft)
Technorati-Authority: 1.323
Google-Treffer: 20.700
Kontakte bei Xing: 113
Umfang der Tagcloud: -
*Lieber Leser, sicher fragst Du dich jetzt: “600/300 RSS-Feeds täglich - wie machen die das? Stimmt mit mir etwas nicht, weil ich nur 20 in der Woche schaffe?” Antwort: Sorge Dich nicht. Talente und Interessen sind eben unterschiedlich verteilt. Mit Profi-Kunstturnern wie Fabian Hambüchen, die doppelten Rittberger und sonstwas am Reck turnen, vergleicht man sich schließlich auch nicht.
March 25th, 2008
Bis vor einigen Jahren bereitete mir Google-Vanity-Search große Freude. War meine liebste Freizeitbeschäftigung. Ich habe nur mich gefunden, ganz nett, was Google da so ausgeworfen hat. Mein Unglück begann, als Helmut Kohl der Presse seine neue Lebensabschnittspartnerin präsentierte. Die Frau heißt leider wie ich: Maike Richter - mein Vorname schreibt sich zwar mit “e” - Meike - aber das ist Google ziemlich egal. Seitdem leide ich beim mich-selber-googeln. Und immer wieder fragen mich doof vor sich hin kichernde Menschen: “Wie ist er denn so, der Ex-Kanzler, hahaha?”. Ich habe die Herausforderung angenommen und liefere mir mit Dr. Maike Richter einen erbitterten Kampf um die Führung beim Google-Ranking. Momentan führe ich, wohl wegen der re:publica, da mache ich eine Podiumsdiskussion. Im Januar hat sie geführt. Der Ex-Kanzler war nämlich gestürzt, und da hat sie ihn im Krankenhaus besucht. Weil es tatsächlich Medien gibt, die daraus eine Meldung machen, verbannte Google mich auf die hinteren Plätze. Heute habe ich mal die Personensuchmaschine yasni ausprobiert. Da taucht die unselige Kohl-Connection nicht auf, aber dafür in der Tagcloud ziemlich fett “Fußpflege”. Weil eine weitere Namensvetterin von mir arbeitet als selbige. Ach je, ach je.

March 15th, 2008
Playmobil pfeift auf die Kunstfreiheit und pocht darauf, selbst zu entscheiden, wer was mit seinen Firguren anstellt - im Namen des Urheberrechts. Ein Video mit trinkende Playmobilfiguren in der Disco, die zu den Klängen des Songs “I sexy” über die Tanzfläche schieben? Das wollen sie verbieten. Hintergründe bei netzpolitik.org und beim betroffenen Hamburger Künstler Plemo. Bei YouTube gibt es einen Ausschnitt aus dem Video.
March 9th, 2008
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