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Urheberrecht abschaffen!


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Wenigstens für öffentlich-rechtliche Inhalte. Das fordert auf focus.de - nein, keiner der üblichen Verdächtigen - sondern Springer-Manager Christoph Keese:

Für Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs beim Axel-Springer-Konzern, ist auch dieser Preis offensichtlich zu hoch. Er will die öffentlich-rechtlichen Videos umsonst. „Public domain“, so der Titel des Zukunftsmodells. Übersetzt heißt der Name Gemeinfreiheit, also die Aufgabe des Urheberrechtsschutzes für öffentlich-rechtliche Inhalte.

Keeses Gedankengang wohnt eine auf den ersten Blick bestechende Logik inne. Die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender seien bereits von der Allgemeinheit durch Gebühren bezahlt. Deshalb sollten sie auch der Allgemeinheit auf möglichst vielen Kanälen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. „Eine Art Wikipedia“, so Keese, deren Inhalte sich jeder bedienen und sie weiter verbreiten könne – auch die privaten Verleger mithilfe ihrer Internetangebote.

[…]

Der Vorschlag ist weltfremd. Schließlich kann man Videos nur freigeben, wenn man alle Rechte daran besitzt. Das kommt selten vor. Sobald Musik dabei ist - fast immer der Fall - geht das schon mal gar nicht.

Natürlich ist der Vorschlag auch absurd, vor allem aber leicht durchschaubar. Keese geht es ums Geldsparen, nicht um Freiheit.

Artikel-Autor Andreas Laux fleddert Keeses Forderung verdientermaßen:

Trotz zwingender Logik und schneller Problemlösungen, die sich aus dem „Public Domain“-Modell ergeben könnten, sähe Matthias Knothe, in der Kieler Staatskanzlei für Medienpolitik zuständig, Folgen auf das deutsche Mediensystem zukommen, die auch den privaten Verlegern nicht recht sein dürften. Denn würde die Rundfunkfreiheit für ARD und ZDF zur Disposition gestellt, könne sich auch die Pressefreiheit ihres Schutzes nicht mehr sicher sein.

Knothe hat als zuständiger Landespolitiker erfahren, wie sehr die Verleger in den vergangenen Monaten gegen die Expansion öffentlich-rechtlicher Inhalte im Netz angekämpft hatten. Deshalb wundert er sich umso mehr über Keeses Vorschlag: Noch zuverlässiger kann man die uferlose Ausbreitung von gebührenfinanzierten Inhalten im Netz wohl kaum garantieren.

Add comment October 31st, 2008

Fazit Tagung “Kreative Arbeit und Urheberrecht”


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Drei Tage lang Diskussionen rund um Urheberrecht, Vergütung, Kreative, Internet & Co. Die Tagung hat mir gefallen. Vor allem, weil jede urheberrechtliche Position vertreten war - von “Wir brauchen ein starkes Urheberrecht, alles muss so bleiben, wie es ist” über “Wir müssen das System reformieren ” bis “Urheberrecht gehört abgeschafft”. Es wurde dementsprechend hart diskutiert und gestritten. Der Blog “Arbeit 2.0″ fasst alle einzelnen Panels und Vorträge in diversen Beiträgen zusammen. Bei flickr finden sich unter dem tag “kau08″ erste Fotos der Tagung, der Bilderpool dürfte in den nächsten Tagen anwachsen.

Höhepunkte:

Für mich eindeutig Prof. Dr. Martin Kretschmer (Lehrstuhl für Informationsrecht & Direktor des Centre for Intellectual Property Policy & Management, Bournemouth University) und sein Ansatz, Urheberrecht als Verlags- und produzentenrecht zu verstehen, nicht als Recht der Schöpfer. Denn das Urheberrecht, sagt er, löst seine Versprechen nicht ein. Das Gesetz vermag es nicht, das Einkommen der Urheber zu sichern. Warum? Weil die meisten Autoren ihre Urheber- und Verwertungsrechte standardmäßig an ihre Auftraggeber (Medienkonzerne) abgeben (müssen). Das Einkommen von Autoren hänge viel stärker von Marktcharakteristika ab - also ob Autoren gute Vertragsbedingungen aushandeln können, wie groß der Markt ist etc. Kretschmer behauptet das nicht einfach, sondern stützt seine Thesen auf eine umfangreiche empirische Studie, die man in der Zusammenfassung wirklich mal lesen sollte. Die Urheberrechtsdebatte wird ja oft ideologisch geführt, bar sachlicher Argumente, Kretschmer liefert belastbare Zahlen.

Die Ausstellung “Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums”. Großartig! Sämtliche Werke, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, sind in der Phoenixhalle des Dortmunder Hardware Medienkunstvereins versammelt. Die Arbeiten sind intelligente, manchmal witzige Kommentare auf die Urheberrechts-Querelen. Der Amen-Break von Nate Harrison, das Patent “Freedom of Expression” von Kembrew McLeod, die “anonymous-warhol_flowers” von Cornelia Sollfrank, das “Grey Video” (in hoher Qualität!) von Ramon & Pedro… alles da. Der dazugehörige Ausstellungskatalog wird der erste Kunstkatalog seit Jahren sein, den ich lesen werde. Ausstellung läuft noch bis zu 19. Oktober, also unbedingt hingehen!

Best of Zitate:

“Mein erster Computer 1991 war so laut wie eine Waschmaschine.” (Inke Arns, Hardware Medienkunstverein)

“Die Ungerechtigkeit der Gesellschaft ist 0,22.” (Martin Kretschmer erklärt Gini-Koeffizienten.)

“Warum sollte es Kreativen besser gehen als dem Rest der Welt?” (Paul Keller kommentiert sarkastisch ein Ergebnis aus Kretschmers Studie, das besagt, dass etwa 10 Prozent der Top-Ten-Autoren 60 Prozent aller Einnahmen einstreichen, während die übrigen 90 Prozent kaum von ihrer Arbeit leben können.)

“Brauchen wir eine ‘Privat-Remixing-Schranke?” (Volker Grassmuck überlegt, wie man das Urheberrecht fürs Netz-Zeitalter updaten könnte.)

Add comment September 29th, 2008

Wenn ich Sergey und Larry beim Bäcker treffen würde


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Frisch zurück von der Tagung “Kreative Arbeit und Urheberrecht”. Robert hat das Panel “Wer bezahlt Kreativität?”, an dem ich teilgenommen habe, in einem Blogbeitrag und bei Golem zusammengefasst. Bin nicht so glücklich damit, wie meine Position wiedergegeben wurde, ist arg verkürzt.

Was ich betreffend “Einkommen, Internet, Kreative” ausdrücken wollte:

Im Netz wird ein Wahnsinnsgeld mit kreativen Werken verdient. Unfassbar viel. Nur erreicht das nicht die Kreativen, sondern bleibt fast vollständig bei Suchfiltern wie Google, Aggregatoren wie Digg und Web-2.0-Plattformbetreibern wie YouTube (also Google) hängen. Eine absurde Situation: Die Infrastruktursteller lassen sich ihre Dienste durch eingeheimste Werbegelder und Risikokapital vergolden. Die Konsumenten profitieren - sie kriegen die Inhalte frei Haus . Doch diejenigen, die die Inhalte liefern, bekommen sehr wenig bis nichts. Dabei sind sie es doch gewesen, die Konzerne wie Google oder Plattformen wie MySpace erst groß gemacht haben. Autoren, Filmemacher und Musiker (egal ob Profis oder Amateure) produzieren schließlich all die Inhalte, auf die die Plattformbetreiber ihre Geschäftsmodelle gründen.

Klar, die Kreativen bekommen eine sehr wertvolle Gegenleistung von den Aggregatoren: Aufmerksamkeit. Es ist gut für Journalisten, wenn ihre Texte via Google News gefunden und gelesen werden. Journalisten wie ich sind darauf angewiesen, dass ihre Inhalte auf diese Weise weiter verteilt werden. Filmemacher können ihre Videos bei Plattformbetreibern wie YouTube kostenlos einstellen, auch sie brauchen die Öffentlichkeit, die sie so bekommen. Für Musiker, die ihre Sachen bei MySpace einstellen, gilt gleiches. Inhalte-Produzenten profitieren von der vielzitierten Aufmerksamkeitsökonomie.

Was ich auf dem Panel deutlich machen wollte: Die Verhältnisse stimmen einfach nicht.

Die Aufmerksamkeit, die die Aggregatoren den Kreativen zuschaufeln - und die sie vielleicht in einem zweiten Schritt in Vergütung verwandeln können - ist keine angemessene Gegenleistung, verglichen mit den Reichtümern, die die Aggregatoren für ihre Dienste einstreichen. Macht und Geld konzentrieren sich in den Filtern, das Netz wird von Informations-Oligopolen dominiert. Diese Verhältnisse verschlechtern die Position und die Einkommen der Kreativen. Die gesamte Situation ist besorgniserregend.

Und da bin ich bei Google. Würde ich Sergey Brin und Larry Page zufällig bei meinem Bäcker treffen, würde ich Ihnen sagen: “Hallo Jungs! So ein Zufall! Wo ihr gerade hier seid… was ich Euch schon immer sagen wollte: Supersuchmaschine habt ihr entwickelt, und dafür Danke. Ich meine, man kann Euch viel vorwerfen - Stichwort Datenschutz - aber abgesehen davon macht Euer Konzern eigentlich alles richtig. Ihr bietet ständig neue, nützliche Anwendungen an, ihr habt das Internet verstanden. Nur, Sergey und Larry, über eine Sache müssen wir reden. Ich erkenne eure Verdienste an, aber ihr leider nicht meine und die meiner Inhalteproduzenten-Kollegen. Wir haben euch zu vielfachen Milliardären gemacht. Darum hier meine Kontonummer, bitte überweisen. Außerdem: Google muss in die Künstlersozialkasse einzahlen. Und zwar big time.”

3 comments September 28th, 2008

Admins aller Länder, vereinigt Euch!


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Wie jeder normale Mensch nutze ich jede freie Minute, um zu überlegen, wie die Weltherrschaft am besten errungen werden kann. Der vielversprechendste Weg scheint mir eine Art Geheimbund/Gewerkschaft der Admins. Welche Macht diese Berufsgruppe hat/haben könnte, zeigt dieser bei heise.de beschriebene Vorfall:

Netzwerkadministratoren der Stadt San Francisco haben noch immer keinen Zugang zum Backbone des städtischen Computersystems. Ein Administrator und Mitgestalter des “FiberWAN-Network” hat sich in einer Art “Cyber-Coup” des Systems bemächtigt, indem er den Zugang auf ein Passwort beschränkte, das nur er kennt. Der IT-Fachmann, der seit Montag in Untersuchungshaft sitzt, weigert sich, das richtige Passwort herauszugeben.

Das FiberWAN-Network verwaltet laut Informationen des Online-Portals des San Francisco Chronicle 60 Prozent der Vorgänge der städtischen Behörden San Franciscos, hervorgehoben werden der E-Mail-Verkehr zwischen Behördenleitern, Strafakten von Ermittlungsbehörden und Gehaltsabrechnungen.

2 comments July 20th, 2008

Kontrolle ab 1,69 pro Tag


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Beim spazieren gehen entdeckt. Es drängen sich folgende Fragen auf

1. Wie will die Kontrollfrau mit den Fingernägeln eine Tastatur bedienen?
2. Was ist in der Kindheit des Gestalters dieser Anzeige schief gelaufen?
3. Warum ist Ãœberwachung so verteufelt billig?

Von der Webseite der Firma:

Offene und versteckte Kameras sorgen für mehr Sicherheit gegen Raubüberfall und Diebstahl. Im Kampf gegen potentielle Bedrohungen werden sie ebenso eingesetzt wie gegen unehrliche Mitarbeiter. Sie können leider Ihre Augen nicht überall haben, aber wir bieten Ihnen eine Lösung, dass Sie es „fasst” können”. Für weniger als den Preis für eine Tasse Kaffee am Tag können Sie Ihr Objekt absichern und bei Bedarf mal sich kurz über das Internet am PC oder mit dem Handy/PDA einwählen und sehen, was gerade los ist…

Gruselig. Ãœbrigens, liebe Ãœberwacher: “Fast” schreibt sich mit einem “s”.

1 comment May 18th, 2008

Economies of the Commons: Treffer


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Zitat Jan Velterop: “Copyright is in a way like the condom-ban in the Catholic Church - largely ignored.”

Add comment April 12th, 2008

Economies of the Commons: Darum geht’s


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Ich möchte nachreichen, worum es bei der Konferenz “Economies of the Commons” eigentlich geht. Aus der Programmankündigung:

Strategies for Sustainable Access and Creative Reuse of Images and Sounds Online
This dossier documents and brings together background materials for the international conference Economies of the Commons. This public working conference and its side programs address the remarkable cultural, educational and societal significance of the new types of audiovisual commons resources that are currently being created on the internet. Sustainable public access and enhanced opportunities for creative reuse of these resources are the particular focus of this conference and this web dossier.

Superrelevant also. Ein Speaker, dessen Name mir leider entfallen ist, hat das Dilemma der klassischen Archive gut umrissen. In etwa so: Überall in Europa existieren Archive, die voller wunderbarer audiovisueller Juwelen stecken. Der Haken: Möchte man sie sehen, muss man schon hinfahren. Die Archivare dürfen die Sachen nicht online stellen - sie haben die Rechte nicht. Rechteklärung ist meist unmöglich. Nicht mal Filme, die von 1908 (!) stammen, kann man online verfügbar machen. Effekt: 95 % des Archivbestands wird niemals angesehen - die Sachen verstauben in Kellern. Während 95 % aller YouTube-Videos mindestens einmal angesehen werden. Stichwort Long Tail.

Das raubt den Archivaren den Schlaf - sie haben die Filme, es gibt das Internet, manchmal sogar das Budget, um Archive zu digitalisieren - aber aufgrund von urheberrechtlichen Problemen bleibt das Material unerschlossen und unerreichbar.

Es ging hier viel um “orphan works”, verwaiste Werke, deren Rechteklärung undurchführbar ist. Man braucht dringend eine Lösung - es zeichnet sich aber nichts ab.

4 comments April 12th, 2008

re:publica: schön war’s + Videos


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Zurück von der re:publica - ich hatte eine gute Zeit. Menschen getroffen, viel zugehört und viel geredet. Und gefeiert. Darum habe ich auch nichts gebloggt. Mache ich nie auf Konferenzen. Schließlich waren noch 799 andere Blogger da, die berichtet haben. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen noch ein Fazit und einige Gedanken auf, aber ich bin unterwegs, wird schwierig.

Alle Videos der Konferenz finden sich bei hobnox.

Und hier ist das Video zum Creative-Commons-Panel. Mit Nicole Ebber, Jürgen Werwinski, Stefan Kluge, John Hendrik Weitzmann und mir als Moderatorin. Fand die Runde gut - wunderbare Diskutanten. Mario Sixtus war leider verhindert, Stefan ist kurzfristig eingesprungen.

hobnox2.jpg

Danke an alle Organisatoren!

Add comment April 7th, 2008

Was wird jetzt aus der Schrankwand?


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Dieser Gedanke beschäftigt mich, seit ich weiß, dass der Brockhaus den Wikipedia-Weg geht und kostenlos im Netz veröffentlicht wird. Wahrscheinlich stellt der Verlag die Offline-Version der Enzyklopädie ganz ein. Gut, der Brockhaus lebt im Netz weiter - hoffentlich. (Soll sich über Werbung finanzieren, und das schaffen bekanntlich die wenigsten. Toi, toi, toi an dieser Stelle.) Aber was wird aus der Schrankwandindustrie? Die ist ja auf die dicken Bände und die Offline-Welt angewiesen.

In der Süddeutschen vom 14. Februar dagegen sorgt sich Andrian Kreye anlässlich der Brockhaus-Nachricht über die fortwährende Entwertung kultureller Arbeit/Kunst durch das Internet.

Das Internet aber ist zunächst einmal ein Medium, das auf einem Geschäftsmodell gegründet wurde, in dem die Inhalte von Anfang an einem rapiden Prozess der Entwertung ausgesetzt waren. Weil aber auch ideelle Werte eine ökonomische Grundlage brauchen, führt die rasante Entwicklung der neuen Medien dazu, dass traditionelle Kulturformen verschwinden. So wie nun die Enzyklopädien.

Hat er teilweise Recht. So faszinierend das Netz ist und was die Leute damit anstellen - Kulturproduzenten ist die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Werke genommen, die kriegen sie auch niemals wieder, alte Geschäftsmodelle brechen weg. Die neuen stecken noch in der Experimentierphase, und wer nicht herumprobiert, ist draußen. Siehe Brochkaus. Es gibt aber interessante Beispiele, die zeigen, dass Internet und Kulturproduzenten Freunde werden können: Bands geben ihre Musik umsonst im Netz weg und verkaufen trotzdem massenhaft CDs, siehe Radiohead. Oder das Cory-Doctorow-Modell: Alle seine Bücher stehen frei auf seiner Webseite, trotzdem erleben sie eine Auflage nach der anderen. Und obwohl Filme im Netz stehen, gehen die Leute immer noch ins Kino. Kino ist eben ein sozialer Ort, ein Freitagabendritual.

Kreye schimpft über “parasitäre” digitale Strukturen:

An diesem Modell hat sich nur insofern etwas geändert, dass sich die Inhalte im Internet vervielfacht haben und nun zumeist von den traditionellen Kulturproduzenten oder im so genannten Web 2.0 von den Konsumenten selbst gratis angeboten werden. Da aber zeigt sich die parasitäre Wirkung des Internet ganz deutlich. Denn was bisher über das Netz transportiert wurde, waren nur Klone traditionelle Inhalte und Formen. Die vielgelobten Blogs und Sammelportale wiederum tun in den meisten Fällen nichts anderes, als traditionelle Inhalte durch eine Zweitverwertung noch weiter zu entwerten.

Naja. Indem ich, andere Blogger und natürlich Google den Kreye-Artikel verlinken, schaufeln wir SZ Online ein paar mehr PIs auf die Seite. Das freut die Bannerverkaufsabteilung, die nun den Anzeigenkunden höhere Preise abknöpfen kann. Was wiederum den Autoren der SZ zugute kommt. Die meisten Blogeinträge beziehen sich auf Artikel der Massenmedien, da sollten die sich eigentlich freuen und nicht Blogger immer als digitale Schmutzfinken brandmarken. Blogger entwerten keinesfalls Texte, indem sie kommentieren. Sie teilen ihre Gedanken mit anderen und bereichern so die Diskussion. Ok, ok, es gibt viele Blogs, da steht nur Müll drin. Ich zitiere hier gern Leonhard Dobusch: “Herrgott, 90 Prozent von allem ist Müll! Das ist bei Blogs nicht anders.”

Die Macht von Gatekeepern beklagt Kreye auch:

Was da als Demokratisierung und Befreiung gefeiert wird, ist letztendlich die Entwertung einer Kulturproduktion, die einer Industrie zu Gute kommt, die Kulturgüter als “Content” versteht, sowie Autoren und Kreative als “Content Provider”, als Inhaltslieferanten betrachtet. Es sind vor allem die Telekomriesen, die am Internet verdienen, weil sie den Zugang zu einer Verwertungskette verkaufen, in der selbst die Werbung nur ein zweiter oder dritter Schritt ist.

Stimmt. Nicht nur Telekomriesen, vor allem Google ist doch der größte Parasit aller Zeiten: Der Suchmaschinenengigant erschafft nix, bietet nur Zugang zu Inhalten - und verdient sich damit dumm und dämlich. Google News ist weltweit der größte Nachrichten-Anbieter, aber die beschäftigen keinen einzigen Journalisten. Das ist doch verrückt!

Das permanente Gestänkere gegen Blogs & Co. seitens Repräsentanten der Offline-Welt entspringt meiner Meinung nach einer tiefen Demütigung. Die Holzmedien samt Brockhaus und Andrian Kreye müssen sich längst die Lufthoheit über die öffentliche Meinung/Märkte mit Wettbewerbern aus dem Netz teilen. Das schmerzt. Wenn man nicht mehr der einzige Held auf dem Bolzplatz ist, sondern plötzlich viele mitkicken und manchmal auch treffen. Und jetzt hat die Wikipedia den 200 Jahre alten Brockhaus ganz vom Platz gefegt. Und die Schrankwandindustrie gleich mit.

3 comments February 17th, 2008


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