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Eine uninspirierte Latschdemo - Commonspage.net

Eine uninspirierte Latschdemo

June 3rd, 2007


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Off-Topic: Frisch zurück von der Rostocker Großdemo gegen den G8-Gipfel gestern. Rund 10 Stunden war ich da, nach meinem Empfinden eine ziemlich lahme Veranstaltung mit zuviel Polizeipräsenz und einigen doofen Autonomen, die Gewalt ausgeübt haben. Umso erstaunter höre ich aufgeregte Radionachrichten, die von mehr als 1000 teils schwer verletzten Polizisten und Demonstranten sprechen, schaue mir Bildersrecken bei Spiegel Online und dem NDR an, wo man viele Krawallbilder und verletzte, blutende Menschen sieht. Die Hamburger Mopo, die ich mir eben zusammen mit den Sonntagsbrötchen gekauft habe, titelt “Erst Karnevall, dann Krawall”. Dazu auf Seite 1 ein großes Bild mit vermummten Steinewerfern vor einem zerstörten Auto und ein kleines Bild vom bunten Demozug.

Liebe Pressekollegen, ich weiß, dass Ausschreitungen und kreativer Protest attraktive Schlagzeilen und Bilder machen. Kein User, Radiohörer und Zeitungsleser will unspannende Demoberichte konsumieren. Doch genau das war die Veranstaltung - in meiner Wahrnehmung.

Statt mich still darüber zu ärgern, dass nur über die Ausschreitungen einer radikalen, autonomen Minderheit berichtet wird, am Rande noch ein bisschen über die wenigen kreativen Protestler, schreibe ich lieber einen Blogeintrag:

Los ging es gestern per Bus mit den Hamburger Grünen. Die waren die einzigen, die noch Plätze frei hatten. Im Bus: Das, was man gerne als “Alt-68er” bezeichnet, Eltern mit ihren Teenager-Kindern, chic gekleidete Twens und diverse laut schnatternde Schwule, die über die CDU lästerten und sich gegenseitig ihre “Homoskope” aus einer Homosexuellen-Gazette vorlasen.

Die Rostocker Demo bestand aus 2 Protestzügen, ich war auf dem, der aus Richtung Hamburger Straße startete. “Wow, so viele Menschen”, denke ich bei der Ankunft. Und wundere mich, dass keine Automen darunter sind. Die waren nämlich, wie ich später erfahren habe, alle auf der anderen Demoroute, die am Rostocker Hautbahnhof losging.

Nach kurzen, lahmen Redebeiträgen setzt sich mein Zug Richtung Hafen, Endpunkt beider Demozüge und Ort der Abschlusskundgebung, in Bewegung. Genauso unspektakulär wie das Auftakt-Bühnenprogramm ist der Demozug: Wir latschen so vor uns hin. Mit dabei: Attacis, die Linkspartei, die Grünen, Greenpeacler, diverse andere Umweltschutzverbände, Ärzte gegen den Atomkrieg, Linke aller Couleur, Kirchenleute, sonstwie Umweltaktivisten, Leute von Amnesty International… Und ganz ganz viele “Normalos”, also Leute wie ich ohne Plakat oder T-Shirt, welche sie zu einer der aufgezählten Gruppierungen visuell sortiert. Es ist alles so nullachtfünfzehn.
Ich finde: Deutsche können nicht demonstrieren. Es fehlt einfach was. Humor, was Kraftvolles. (Trifft auf mich selber auch zu, ich hatte ja auch nichts vorbereitet.) Hier die wenigen gelungenen Aktionen/Plakate:

Best of Demoplakate-Sprüche:

  • Wer ist eigentlich Bob Geldof?
  • G8, geh kacken
  • Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Ein Zaun reicht ja auch.

Bei einer Gruppe Umweltschützer marschiert Elvis Presley mit, samt schillerndem Pailletten-Umhang, Tolle und Koteletten. In einer Hand hält er ein goldenes Mikro, in der anderen Hand ein Transparent, auf dem steht: “Die Erde ist eine Scheibe/Elvis lebt/ Klimaschutz kann warten”.

Dann läuft noch eine Gruppe Schweine mit, zusammengehalten von einem mit Stacheldraht bemalten Banner. Sie spielen mit einem Ball, der die Erde als Motiv trägt. Auf meine intelligente Frage: “Wer seid ihr denn?” kommt die Antwort: “Wir sind Schweine und spielen mit der Erde.” Prompt beschwert sich eine Gruppe Veganer, dass das eine Verunglimpfung der rosa Tiere und damit nicht ok sei.

schweine.JPG

Greenpeace hat riesige schwebende Schneemänner dabei.

schneemann.JPG
Naja, die Masse trottet Richtung Hafen und das Polizeiaufgebot nimmt zu. Ich bin viel damit beschäftigt, mich von den unzähligen obskuren altkommunistischen Splittergruppierungen fern zu halten. Man wird ja permanent von Team Grün und/oder dem Verfassungsschutz gefilmt, ich will wenigstens nicht in der Datei “KPD” oder “Linksruck” abgespeichert werden. Außerdem spielen die Polit-Dogmatiker eindeutig die schlechteste Musik. (Hallo MLPD: Die Zeit der schief singenden Liedermacher ist vorbei.) Die im Vorfeld des Gipfels durchgeführten hysterischen Sicherheitsmaßnahmen (die Durchsuchungen etc) sind übrigens der Hauptgrund, warum ich in Rostock dabei bin.

Angekommen im Rostocker Hafen laufe ich über das Festivalgelände. Noch mehr Menschen - der andere Demozug ist auch schon da - Fressbuden und die üblichen Protestbedarfstände, an denen Buttons, Bücher und derlei Zeug angeboten werden.

hafenszene.JPG

Ich fange an, mich über die martialische Polizeipräsenz zu ärgern: Ein Hubschrauber kreist über dem Gelände. Das ist so ohrenbetäubend laut, das Bühnenprogramm muss unterbrochen werden. Eine schwarz gekleidete Sondereinheit Polizisten marschiert durch die friedlichen Teilnehmer. Sie räumen erst das Feld, nachdem als Clowns verkleidete Protestler mit Staubwedeln ihre Helme polieren und ihnen das wohl zuviel wird. Der Hubschrauber-Lärm ist unerträglich laut.
Ich finde, dass das, was die Polizei da treibt, nicht gerade de-eskalierend wirkt. Es ist doch alles friedlich - warum also der Hubschrauber und die Polizeitrupps? Erst später erfahre ich, dass es zu dem Zeitpunkt schon Ausschreitungen gegeben hat. Nur: Davon habe ich - und ich bin sicher auch der überwiegende Teil der Demonstranten - nichts mitbekommen. Das Areal ist riesig, die Menschenmenge auch. Ich halte eine Teilnehmerzahl von um die 80.000 für realistisch. (Nach Polizeiangaben sollen es ja nur um die 20.00 gewesen sein.)

Der bedrohliche Hubschrauber dreht irgendwann ab, und ich wandere Richtung Innenstadt, um etwas Essbares aufzutun. Auf dem Weg dahin sichte ich die ersten Vermummten. Und Spuren von Randale, lose Pflastersteine, herausgerissene Verkehrsschilder. Sieht aber nicht dramatisch aus.
In einer kleinen Gasse treffe ich alte Freunde aus Lüneburg. Wir reden zusammen, plötzlich riegeln Polizisten die Gasse ab. Sie lassen uns anstandslos wieder raus, Autonome sind nicht in Sichtweite. An “Fränkies Wurstbude” gibt es eine Currywurst. Auf einem Platz in der Innenstadt sitzen wir dann und essen, wie viele andere Protestler. Die Polizei steht herum, alles ist unaufgeregt und ruhig.

Später geht es in eine Kneipe, sie heißt “Alex”, wo schon ein buntes Völkchen erschöpfter Demonstranten sitzt und sich stärkt. Ich treffe dort weitere Bekannte. Wir unterhalten uns und sind uns einig: die Demo ist “fade”, “irgendwie komisch”. Alles verläuft sich, die Menschen wie die Themen, um die es eigentlich gehen soll.

Clowns kommen herein und machen sich auf der Kneipentoillette ihre Schmicke ab. Plötzlich stürmen Polizisten herein, auch aufs Klo, sie haben wohl Tränengas abbekommen und wollen sich die Augen auswaschen. Es stört die nette Atmosphäre wenig, alle trinken weiter ihren Kakao oder ihr Bier. “Nanu,” denke ich, “doch noch Ausschreitungen?” Mittlerweile ist es 18 Uhr und die Demo gefühlt vorbei.

Zurück zum Hafen geht es vorbei an lauter Peterwagen und Polizeikräften. Ich wundere mich weiter, was das ganze Aufgebot soll. Uns entgegen kommen Trupps und führen einzelne Autonome ab. Ganz junge Jungs. Am Hafenrand dann wirkt die Situation überhaupt nicht mehr so friedlich wie am Nachmittag: (Durchlässige) Polizeiketten sperren den Weg in die Innenstadt ab. Räumpanzer und Wasserwerfer stehen herum. Vereinzelt liegen Pflastersteine und zerbrochene Flaschen herum, die Wasserwerfer sind offensichtlich zum Einsatz gekommen. Ganz hinten, auf der Bühne, läuft das Bühnenprogramm aber weiter.

raeumfahrzeug.JPG

Wir entscheiden, nicht in die Menge zu gehen, die Stimmung ist merkwürdig. So stehen wir mit vielen Schaulustigen Rostockern (”Nä, hier sieht man gut?”) und anderen Protestlern am Rande der Versammlung und gucken. Immer mal wieder stoßen Polizeitrupps in die Menge und kommen, einen Schwarzgekleideten unter den Arm geklemmt, wieder heraus. Fotografen, angetan mit Sauerstoffmasken und Helmen, wuseln dazwischen herum. Ich sehe keinen einzigen Steinewerfer. Wir entschliessen uns, zu gehen. Freundliche grün gekleidete Polizisten weisen uns den einzig freien Weg Richtung Busparkplatz, vorbei an Wasserwerfern und schwarz geleideten Sondereinheiten.

Auf dem Weg zurück machen wir einen Abstecher in das unabhängige Medienzentrum von Indymedia. Es gibt Kaffee und Tee, der Indymedia-Liveticker ist an die Wand projiziert, die Menschen sitzen an Tischen und redeten.

Zurück im Bus machen alle einen erschöpften Eindruck. Den ganzen Tag herumlaufen, das ist anstrengend. Einer hat wohl etwas Tränengas abbekommen, sonst sind alle guter Dinge und müde. Nicht mal die Schwulen haben mehr Energie für eine Unterhaltung.

Das also war mein Demo-Tag gestern. Ich war auf einer uninspirierten Latschdemo, wie vermutlich 95 Prozent der anderen Teilnehmer. Die Berichterstattung der Massenmedien konzentriert sich fast ausschließlich auf die Ausschreitungen. Ja, die Gewalt hat es gegeben, die Bilder beweisen es. Doch diese einseitige Darstellung den gestrigen Tages wird den Ereignissen nicht gerecht. Dieser Bericht ist ein Versuch, das gerade zu rücken.

Entry Filed under: G8, off topic

23 Comments Add your own

  • 1. Blogschau 1 zum G8 Gipfel&hellip  |  June 3rd, 2007 at 6:59 pm


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    […] Hier gibt’s ab sofort frisch Gebloggtes gegen G8 und für G8, pro und contra! Hier und da, da und dort, dies und jenes, solche und solche. […]

  • 2. eule70  |  June 3rd, 2007 at 7:26 pm


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    Das ist gut, dass Du das beschreibst. Eben habe ich im WDR-Fernsehen den Bericht eines Teilnehmers gesehen, der auch von der friedlichen Demo sprach (die aber nicht als uninspiriert, sondern als lustig geschildert wurde). Er sagte außerdem: Der Schwarze Block marschierte friedlich mit - und in dem Moment, als auf dem Platz die Fernseh-Kameras in Aktion traten, ging es los. Es schien sehr bewusst inszeniert.

  • 3. Gedanken einer alten Eule&hellip  |  June 3rd, 2007 at 7:28 pm


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    Autonome Hooligans…

    Nach den letzten Ereignissen in Rostock wird mir klar, dass es sich bei den "Autonomen", dem "Schwarzen Block" oder wie auch immer sie sich nennen, um gar keine politisch motivierte Gruppierung handelt.
    Es sind die gleichen (viel…

  • 4. Alexander  |  June 3rd, 2007 at 8:42 pm


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    Liebe Meike, danke für den Bericht. Mit Blick auf den 2. Absatz aber: Don’t shoot the messenger! Ãœber die Großdemonstration wäre in jedem Fall groß berichtet worden, und der Tenor der umfangreichen Berichterstattung war bis zum Nachmittag eben auch, dass dort kreative und friedliche Proteste stattfinden. Dass es auch Gazetten gibt, die sich über Ausschreitungen freuen: geschenkt. Ich und diejenigen, die mit mir darüber berichtet haben, hätten uns sehr viel mehr gefreut, über eine friedliche Großdemonstration zu berichten. Von anderen, die dort waren, weiß ich, dass die Wahrnehmung insbesondere im friedlicheren der beiden Züge eine sehr andere war. Und ich kann auch die Enttäuschung verstehen, dass die friedlich Protestierenden in den Hintergrund gedrängt wurden. Das wurden sie aber nicht von den Medien, sondern von ziemlich realen Personen und ihrer ziemlich realen Gewalt. Rostock war mit > 900 leicht und 50 schwer Verletzten eine der schlimmsten Straßenschlachten der letzten beiden Jahrzehnte. Dass sich die Berichterstattung darauf konzentriert, finde ich da absolut legitim.

  • 5. Meike  |  June 3rd, 2007 at 9:31 pm


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    Lieber Alexander,
    meine Intention war nicht, den messanger zu shooten. Natürlich muss man über die Ausschreitungen berichten, und der NDR-Bericht war ja mitnichten sensationsheischend, sondern sachlich. Was man von z. B. SpOn und Mopo nicht sagen kann. Mich ärgert, dass es jetzt nur um die Gewalt geht. Wenn man nicht dabei war und Boulevard-Medien konsumiert, könnte man denken, in Rostock hat ein Inferno getobt. Das war nicht so. Es gab Ausschreitungen, aber eben auch den ganzen friedlichen Protest. Das wird von der Gewaltberichterstattung total überdeckt - denn wer will schon “banale Demo bis auf die üblichen Randale-Idioten” lesen? Ich weiß, dass Medien so funktionieren. Ich rege mich trotzdem darüber auf. Im übrigen wette ich, dass die meisten Verletzten Opfer von Tränengasattacken wurden. Und wieviele Autos gebrannt haben, würde mich auch mal interessieren. 4 oder 5? Damit will ich das nicht kleinreden. Aber wenn sonst keiner über die Nicht-Gewalt-Aspekte schreibt, dann, mache ich es gerne selber. Es gibt immer mehrere Wahrheiten.

  • 6. Alexander  |  June 3rd, 2007 at 10:04 pm


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    Ja, ich würde auch davon ausgehen, dass die meisten Verletzungen auf Tränengas zurückgehen. Die Zahl der verbrannten Autos kenne ich nicht, fünf habe ich mindestens schon auf Fotos gesehen. (Was die Einschätzung “Inferno” angeht: Ich bin ehrlich froh, dass gestern niemand in Rostock ums Leben gekommen ist. Da war mindestens eine Situation dabei, die eins zu eins der glich, in der 2001 in Genua Carlo Giuliani erschossen wurde.) Natürlich gibt es nicht die eine wahre Wahrheit, und natürlich verstehe ich den Frust. Aber überschattet wurde die Demo eben nicht von der Gewaltberichterstattung, sondern von der Gewalt. (Habe ich auch nicht als Vorwurf gegen den NDR-Bericht verstanden. Aber vielleicht ist Rostock ja mal insgesamt ein guter Anlass, über die Breite von Bündnissen nachzudenken. Die Differenzierung zwischen Fußballfans und Hooligans im obigen Trackback ist da schon eine ganz gute Spur, finde ich.)

  • 7. Alexander  |  June 3rd, 2007 at 10:45 pm


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    Sehr gut übrigens in der taz Fichtner/Haarhoff und Kreutzfeldt.

  • 8. Matthias  |  June 4th, 2007 at 1:02 am


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    Alexander, Deinen Ausführungen ist wenig hinzuzufügen.
    Ich hoffe auch, daß die Ereignisse für die “Demoleitung” ein Anlaß sein werden, das Vorgehen zu überdenken.
    Bei der Abschlußkundgebung wurde gestern viel zu spät und viel zu wenig an die Randalierer appelliert. Stattdessen wurde zunächst nur vor einer “Spaltung der Bewegung” gewarnt.
    Erst kurz vor dem “Juli”-Auftritt hat ein Redner (der sich der Friedensbewegung zurechnete, dessen Namen ich aber nicht weiß) Tacheles geredet und sich klar gegen die Brandbombenwerfer abgegrenzt.
    Ich fühle mich (als gewaltfreier Demonstrant) von so einer Demoleitung mißbraucht, genau wie ich mich auch von den Randalierern mißbraucht fühle, die Schutz in den Reihen der Demonstranten suchen.
    Mag sein, daß die Polizei falsch reagiert hat. Bis kurz vor Beginn der Abschlußkundgebung war die Demo aber friedlich und auch die Reaktion der Polizei auf die Farbbeutelwürfe vor dem Hotel, in dem die amerikanische G8-Delegation saß, war nicht zu kritisieren. Daß jetzt Verschwörungstheorien aus dem Hut gezogen werden, war zu erwarten, ich habe aber selbst die Polizisten gesehen, die sich vor dem Steinehagel der Randalierer schützen mußten und auch die Feuerwehr, die daran gehindert wurde, die brennenden Barrikaden zu löschen. Das alles mutmaßlichen agents provocateurs in die Schuhe zu schieben, ist billig und albern.
    Letztlich wird man der Randalierer-Pest nur engtegentreten können, wenn auch die Organisatoren solcher Veranstaltungen klare Grenzen ziehen und einen klaren Konsens definieren, der sich nicht nur auf Inhalte bezieht, sondern auch Aktionsformen betrifft. Gewalt (und auch Gewalt gegen Sachen) kann bei einer demokratischen Demonstration kein Mittel sein, sie ist kontraproduktiv und schädlich.

  • 9. Gegendarstellung zur Demo&hellip  |  June 4th, 2007 at 1:15 am


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    […] Meike war bei der Demo in Rostock dabei und beschreibt ihre Sicht der Dinge. Hallo zusammen, auch ich war gestern auf der Rostocker Großdemonstration, heute habe ich mich sehr über die Presseberichterstattung aufgeregt. Und unter dem Titel “Eine uninspirierte Latschdemo” eine “Gegendarstellung” geschrieben. […]

  • 10. Christoph  |  June 4th, 2007 at 7:41 am


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    Liest sich gut der Bericht, besser als die Klatschpresse die ich nicht lese ^^.

  • 11. till we *) . Blog »&hellip  |  June 4th, 2007 at 10:36 am


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    […] Update 9: Noch eine ganz andere Perspektive: der von Macro im Kommentar angesprochene Demo-Bericht (“Gegendarstellung“) von Meike. […]

  • 12. keimform.de » Geist&hellip  |  June 4th, 2007 at 11:01 am


    Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line 82

    […] Die große Feindbeobachtung der 80.000 in Rostock hat gemäß der vorbereiteten Choreographie auch die entsprechenden Berichte in den Medien gefunden, vielleicht sogar vorproduziert. Einen inspirierten Bericht einer uninspirierenden Latschdemo schrieb Meike. […]

  • 13. Tim M.  |  June 4th, 2007 at 12:44 pm


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    Stell dir vor: 80.000 CDU-Anhänger demonstrieren und 3.000 vermummte vom “Braunen Block” dürfen mitmarschieren, in der Hoffnung, sie verhielten sich ruhig.
    Tun sie aber nicht. Schlagen alles kurz und klein. Und nun sollen die Medien im Verhältnis 80 zu 3 über das Geschehen berichten?
    Und dann kommt eine von der Jungen Union und jammert, ihr friedlicher Protest sei nicht in den Nachrichten gewürdigt worden.

  • 14. Meike  |  June 4th, 2007 at 4:13 pm


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    Hallo Tim,

    die goldene Regel: erst lesen, dann kommentieren. Es ist eben NICHT alles kurz und klein geschlagen worden.

  • 15. Thomas  |  June 4th, 2007 at 5:41 pm


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    Die Medien verzerren die Wirklichkeit in verschiedenen Punkten. Vielleicht sollte man auchmal fragen, ob es denn stimmt, dass die gewaltbereiten Demonstranten gar nicht politisch sein und nicht die Meinung der friedlichen Demonstranten vertreten. Das bezweifle ich nämlich. Gewalt ist ein Mittel der Politik und daraus folgt, das sie auch eines des politischen Protests ist.

    Das ist übrigens nicht meine Meinung, sondern ein Gedanke dazu.

  • 16. Meike  |  June 4th, 2007 at 6:57 pm


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    Hallo Thomas,
    dass Gewalt Mittel des politischen Protestes ist, hat der letzte Samstag eindeutig gezeigt. Bloß: Die Argumentation: wenn die einen (offizielle Politik) Gewalt ausüben, dürfen die anderen (die Protestler) das auch, ist zu kurz gedacht. Man sollte immer fragen: Wohin führt die Strategie? Und bei der Gewalfrage ist die Antwort immer, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt, dass wissen wir ja nicht erst seit dem Ärzte-Song. Ein Mittel anzuwenden, dass Menschen (egal ob Polizisten, Autonome oder Unbeteiligte) verletzt und dem eigentlichen Anliegen - “eine bessere Welt ist möglich” oder “das System abschaffen” (sowas schwebt den Autonomen ja wohl vor) - schadet, ist einfach nur dumm. Die ausgeübte Gewalt hat ja mitnichten dazu geführt, dass jetzt alle darüber reden, dass die Reichtümer der Welt unfair verteilt sind. Alle reden nur noch über die Gewalt und gieren auf die blutigen Bilder. Das kann’s ja wohl nicht sein.Für mich gehören gewaltbereite Autonome in die gleiche Schublade wie rechtsradikale Fußballhooligans.

  • 17. Kurz und Knapp: G8 in Blo&hellip  |  June 4th, 2007 at 7:34 pm


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    […] Gestern habe ich eher »klassische« Quellen der G8-Berichterstattung im Internet gelistet (die oberklassischen wie SpOn sowie die Online-Derivate der Printmedien sind ja bekannt, nehme ich an ), kommen jetzt kurz die Blogs, Vlogs einiger Profis dran: Auf Commonspage beschreibt Online-Journalistin Meike Richter ihre Wahrnehmung der Grossdemo am 2.6. in Rostock: »Ich war auf einer uninspirierten Latschdemo, wie vermutlich 95 Prozent der anderen Teilnehmer.». […]

  • 18. Thomas  |  June 4th, 2007 at 11:15 pm


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    “Die Argumentation: wenn die einen (offizielle Politik) Gewalt ausüben, dürfen die anderen (die Protestler) das auch, ist zu kurz gedacht.”

    Natürlich. Ich habe es mit Absicht (auch an andererer Stelle im Gipfelblog) etwa überspitzt formuliert. Und das ist auch nur ein Gedanke und nicht meine persönlich Überzeugung.

    Ich kann es aus verschiedenen Gründen aber zumindest nachvollziehen, wenn es Menschen gibt, die Gewalt ausüben. Das sind eben nicht nur, wie in den Medien dargestellt, hirnlose Chaoten, die keine Ahnung von Politik haben. Da sind auch intelligente Menschen drunter. Ich kenne das zum Beispiel von Demos gegen Neonazis (Worch und Konsorten). Ich habe mich oft sehr nah herangewagt, also dorthin wo die “Chaoten” sind, und muss sagen, dass ich durchaus das Gefühl kenne, wütend zu sein und dem Gegenüber etwas antun zu wollen (dazu bin ich aber zu erstens zu feige, und zweitens entspricht es nicht meiner inneren Ãœberzeugung).

  • 19. Meike  |  June 5th, 2007 at 12:14 pm


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    Das sind eben nicht nur, wie in den Medien dargestellt, hirnlose Chaoten, die keine Ahnung von Politik haben.

    Meiner Meinung nach sind es hirnlose Chaoten, die eine große Lust an Gewalt haben. Das zumindest spricht aus ihren Gesichtern und ihrer ganzen Art - ich hatte auch schon diverse Male das zweifelhafte Vergnügen, Mitgliedern des schwarzen Blocks auf Demos zu begegnen. Die haben einen entschieden zu hohen Testosteronspiegel, sind oft sehr jung - und, mit Verlaub, ziemlich dämlich.

  • 20. Commonspage.net » D&hellip  |  June 6th, 2007 at 2:02 pm


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    […] Dieser NDR-Artikel stützt meinen Latschedemo-Bericht. […]

  • 21. Die Medien und der Protes&hellip  |  June 7th, 2007 at 7:38 pm


    Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line 82

    […] Das Thema der Reduzierung des Protests gegen den G8-Gipfel auf friedliche Demonstranten und den gewalttätigen Schwarzen Block, beschäftigt auch die Kommentatoren der politisch tendenziellen Presse. Während Spiegel TV immerhin einen sehr unterhaltsamen Bericht über die vermeintlich außergewöhnlich schlimmen Proteste in Rostock am Wochenende gemacht hat, stellen sich die meisten Reporter der großen Nachrichtensender sehr gerne vornehmlich neben die bunt kostümierten Demonstranten und rufen Seite an Seite mit den Politikern im Chor: “Das ist der Protest den wir uns wünschen!” […]

  • 22. ASTROCOHORS » Blog &hellip  |  June 7th, 2007 at 11:42 pm


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    […] Entsprechend gibt es politisch interessierte Leute, die sich gegen den G8-Gipfel zur Wehr setzen mit Hilfe ihres verbrieften Rechts auf freie Meinungsäußerung. Sie wollen ihren Standpunkt klarmachen. Leider sind da - wie zum Beispiel auch im Fußball - Menschen dabei, die diese Gelegenheit einfach nutzen wollen, ihren unterdrückten Aggressionen freien Lauf zu lassen. Und schon geraten wir in den Sog von Ereignissen, die erneut die Frage nach Wahrheit stellen. Denn in Rostock kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei. Hinterher wurde groß über diese Auseinandersetzung in den Medien berichtet, obwohl einige Leute, die vor Ort waren, diese Demonstration ganz anders erlebt haben (wie zum Beispiel hier beschrieben). Und was die Zahl der Verletzten betrifft, so muss sogar von offizieller Seite zurückgerudert werden (wie der NDR hier berichtet). […]

  • 23. Chris  |  June 9th, 2007 at 2:52 am


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    “No news is good news.” Wieso sollten die Medien groß und breit über eine “uninspirierte Latschdemo” berichten? Natürlich war klar, dass alle Seiten auf Ausschreitungen nur gewartet haben. Was hat man denn von anderen G8-Gipfeln noch in Erinnerung? Die Szenen in Seattle und Genua sind vielen noch in bester Erinnerung, anderes wohl kaum. Die Wahrnehmung in dieser riesen Menschenmenge kann doch nur extrem subjektiv sein. Man kann nicht alles mitbekommen. Der Hubschrauberlärm hat sicherlich nicht nur Musik bzw. Reden überdeckt. Interessant ist doch auch, wie sich quasi unbemerkt von der friedlichen Menge solche Krawallszenen abspielen können. Wollte man philosophieren, so könnte man hier Afrika und Europa ansprechen, die Flüchtlinge an Badestränden oder an den Kosovokrieg denken. All dies geschieht bzw. geschah direkt nebenan und, wer es nicht wahrnehmen will, der nimmt es nicht wahr oder verdrängt es. Ein anderer Punkt bei Wahrnehmung in den Medien ist, dass der Zuschauer von der Quantität der Berichterstattung auf die Signifikanz eines Ereignisses schließt, was natürlich schnell ein Fehlschluß ist. Das Sommerloch ist ja berühmt berüchtigt für aufgeblasene Debatten um Nichtigkeiten. Wenn die G8-Gegner oder -Kritiker deiner Meinung nach nur Latschdemos hervorbringen, braucht man sich doch nicht wundern, wenn dabei nichts Medienverwertbares herauskommt. Letztlich aber liegen die Medien hier eventuell goldrichtig, denn selbst beim Hauptergeignis, dem Gipfel, ist jawohl gar nicht herausgekommen, während die Geschehnisse rund um die Demos und am Zaun politischen Sprengstoff ungeahnten Ausmaßes bieten und zwar nicht so sehr für das Linksextreme Spektrum, sondern für die Polizei sowie unseres allseits beliebten Bundesinnenminister (a.D. in spe).

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