Posts filed under 'Urheberrecht'
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Wolfgang Blau ist halbwegs neuer Chefredakteur von “Zeit Online”. In einem Interview mit “Infosat” äußert er einen Wunsch:
Digitalmagazin: Wird es auch Kooperationen mit Mediatheken anderer Sender wie Arte, ARD oder gar einem privaten Anbieter geben?
Blau: Wir sind für viele Ideen offen, privater wie öffentlich-rechtlicher Art. Man sollte aber nicht unterschätzen, wie unendlich kompliziert die Urheberrechtssituation bei der Online-Nutzung von Fernsehinhalten werden kann. Ich warte und hoffe auf den Tag, an dem öffentlich-rechtliche Sender ihre eigenen Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz ins Netz stellen werden.
Die “unendliche komplizierte Urheberrechtssituation” plagt tatsächlich jeden, der im Online-Bereich arbeitet. Die Copyright-Bredouille erschwert den Öffentlich-Rechtlichen auch eine freiere Lizenzierung ihrer Inhalte. Wenn ich mal kurz aus dem gebührenfinanzierten Nähkästchen plaudern darf: Mein Arbeitgeber NDR hat ja ein kleines cc Projekt. Klein ist es, weil wir nur freigeben können, woran wir auch alle Rechte haben. Sobald Musik dabei ist (meistens der Fall), fällt die Option cc aus. Filmemacher arbeiten aus Gewohnheit mit GEMA-Musik, und die freie Musik gefällt ihnen oft nicht besonders. Oder es wird fremdes Filmmaterial verwendet, auch dann stirbt die cc-Option. Es gab diverse Anfragen von NDR Autoren, die gern ihre Sachen unter cc stellen wollten. Auftauchende rechtliche Unwägbarkeiten haben das immer verhindert.
Und selbst wenn die Situation besser wird, die Autoren z. B. nur freie Musik verwenden für Sachen, die ins Netz sollen - nie werden die öffentlich-rechtlichen Sender Lizenzen verwenden, die die kommerzielle Nutzung freigeben. (Das wäre eine Voraussetzung, damit Zeit Online öffentlich-rechtliche Inhalte ohne Nachfragen verwenden dürfte.) Dann wäre den Sendern der Zorn ihrer Autoren gewiss: Denen vermitteln, dass Dritte ihre Inhalte kommerziell nutzen dürfen, ohne dass sie, die Urheber, davon profitieren - unmögliche Aufgabe.
July 14th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Felix Stalder hat auf der nettime-Mailingliste die “Economies of the Commons”-Konferenz und das Dilemma der “staatlichen” Archivare treffend zusammengefasst:
The most poignant moment came when Edwin van Huis (Netherlands nstitute for Sound and Vision) recounted a discussion with a broadcaster about whether the institute could put online some TV segment that was already on Youtube. The answer was: No! When he asked the broadcaster how he felt about his content being on Youtube the answer was: ‘You can’t do anything against Google’. Thus, as Paul Keller remarked, there is a perverse situation that the official repositories of culture are going to be stuck with stuff that either they cannot make accessible, or nobody cares about. All the rest will be better accessible via Youtube or piratebay.
In short, it became abundantly clear that, no matter how much money you have, the attempt to solve all the legal issues first and only then start to release the material is doomed to failure. Digitization plus strict adherence to the law will not create digital archives but copyright dungeons.
Most of the successful, innovative projects, it turns out, are
operating in zones of varying degrees of grey. In the American
example, Youtube, the grey zone is protected by corporate might (Google). In the European example, piratebay, the grey zone is sustained by mass civil disobedience.
I suspect that the grey zones will not stay grey for ever. Sooner
or later, the basic framework in which they will operate be will
be defined. Google will have settled all the law suits against
Youtube and p2p providers will becomes mainstream (keep an eye on mininova….). However, it seems equally save to predict that the new framework will look considerably different from what it is now, reshaped by the sheer force social reality. But by then, the official cultural repositories will have wasted a huge amount of money by building systems of restriction and a generation of culturally-interested citizens will have learned to look elsewhere to find the material they care about.
April 27th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Zitat Jan Velterop: “Copyright is in a way like the condom-ban in the Catholic Church - largely ignored.”
April 12th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Ich möchte nachreichen, worum es bei der Konferenz “Economies of the Commons” eigentlich geht. Aus der Programmankündigung:
Strategies for Sustainable Access and Creative Reuse of Images and Sounds Online
This dossier documents and brings together background materials for the international conference Economies of the Commons. This public working conference and its side programs address the remarkable cultural, educational and societal significance of the new types of audiovisual commons resources that are currently being created on the internet. Sustainable public access and enhanced opportunities for creative reuse of these resources are the particular focus of this conference and this web dossier.
Superrelevant also. Ein Speaker, dessen Name mir leider entfallen ist, hat das Dilemma der klassischen Archive gut umrissen. In etwa so: Überall in Europa existieren Archive, die voller wunderbarer audiovisueller Juwelen stecken. Der Haken: Möchte man sie sehen, muss man schon hinfahren. Die Archivare dürfen die Sachen nicht online stellen - sie haben die Rechte nicht. Rechteklärung ist meist unmöglich. Nicht mal Filme, die von 1908 (!) stammen, kann man online verfügbar machen. Effekt: 95 % des Archivbestands wird niemals angesehen - die Sachen verstauben in Kellern. Während 95 % aller YouTube-Videos mindestens einmal angesehen werden. Stichwort Long Tail.
Das raubt den Archivaren den Schlaf - sie haben die Filme, es gibt das Internet, manchmal sogar das Budget, um Archive zu digitalisieren - aber aufgrund von urheberrechtlichen Problemen bleibt das Material unerschlossen und unerreichbar.
Es ging hier viel um “orphan works”, verwaiste Werke, deren Rechteklärung undurchführbar ist. Man braucht dringend eine Lösung - es zeichnet sich aber nichts ab.
April 12th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Ich sitze jetzt in einem Beirat. Bei irights.info. Ich freue mich sehr.
Das nennt man Egoblogging, wie Sebastian mir gerade erklärt. Der ist auch bei der “Economies of the Commons” zu Gast. Die Welt der Netzpolitikinteressierten ist klein.
April 11th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Zurück von der re:publica - ich hatte eine gute Zeit. Menschen getroffen, viel zugehört und viel geredet. Und gefeiert. Darum habe ich auch nichts gebloggt. Mache ich nie auf Konferenzen. Schließlich waren noch 799 andere Blogger da, die berichtet haben. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen noch ein Fazit und einige Gedanken auf, aber ich bin unterwegs, wird schwierig.
Alle Videos der Konferenz finden sich bei hobnox.
Und hier ist das Video zum Creative-Commons-Panel. Mit Nicole Ebber, Jürgen Werwinski, Stefan Kluge, John Hendrik Weitzmann und mir als Moderatorin. Fand die Runde gut - wunderbare Diskutanten. Mario Sixtus war leider verhindert, Stefan ist kurzfristig eingesprungen.

Danke an alle Organisatoren!
April 7th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Heute Abend steige ich in den Zug Richtung re:publica und möchte kurz auf ein von mir moderiertes Panel “Creative Commons - Tools for the Remix-Generation” hinweisen. Es diskutieren Mario Sixtus (Elekrischer Reporter, hoffentlich), Jürgen Werwinski (NDR) und Nicole Ebber (zeitgeisty.cc). Nach fünf Jahren CC ist die Phase” Wie geht das? Aha. Praktisch, dass es das gibt!” abgeschlossen. Wir wollen das Phänomen mal näher beleuchten:
Wer wendet cc eigentlich an? Ist es nur ein Baukasten-Lizenzsystem für Kreativ-Dilettanten? Oder nutzen es auch Vertreter der klassischen Medien/Kunstwelt? Sind freie Inhalte eine Grundbedingung, damit mündige Netzbürger ihren digitalen Alltag leben können?
Hat jemand weitere Diskussionspunkte? Fragen, die er/sie immer schon mal stellen wollte? Bitte in die Kommentare.
Und jetzt verstaue ich noch eine Dreiersteckdose in meiner Reisetasche. Wie auf jeder Blogger/Nerdkonferenz wird mir das viele neue Freunde bescheren 
April 1st, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Playmobil pfeift auf die Kunstfreiheit und pocht darauf, selbst zu entscheiden, wer was mit seinen Firguren anstellt - im Namen des Urheberrechts. Ein Video mit trinkende Playmobilfiguren in der Disco, die zu den Klängen des Songs “I sexy” über die Tanzfläche schieben? Das wollen sie verbieten. Hintergründe bei netzpolitik.org und beim betroffenen Hamburger Künstler Plemo. Bei YouTube gibt es einen Ausschnitt aus dem Video.
March 9th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Dieser Gedanke beschäftigt mich, seit ich weiß, dass der Brockhaus den Wikipedia-Weg geht und kostenlos im Netz veröffentlicht wird. Wahrscheinlich stellt der Verlag die Offline-Version der Enzyklopädie ganz ein. Gut, der Brockhaus lebt im Netz weiter - hoffentlich. (Soll sich über Werbung finanzieren, und das schaffen bekanntlich die wenigsten. Toi, toi, toi an dieser Stelle.) Aber was wird aus der Schrankwandindustrie? Die ist ja auf die dicken Bände und die Offline-Welt angewiesen.
In der Süddeutschen vom 14. Februar dagegen sorgt sich Andrian Kreye anlässlich der Brockhaus-Nachricht über die fortwährende Entwertung kultureller Arbeit/Kunst durch das Internet.
Das Internet aber ist zunächst einmal ein Medium, das auf einem Geschäftsmodell gegründet wurde, in dem die Inhalte von Anfang an einem rapiden Prozess der Entwertung ausgesetzt waren. Weil aber auch ideelle Werte eine ökonomische Grundlage brauchen, führt die rasante Entwicklung der neuen Medien dazu, dass traditionelle Kulturformen verschwinden. So wie nun die Enzyklopädien.
Hat er teilweise Recht. So faszinierend das Netz ist und was die Leute damit anstellen - Kulturproduzenten ist die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Werke genommen, die kriegen sie auch niemals wieder, alte Geschäftsmodelle brechen weg. Die neuen stecken noch in der Experimentierphase, und wer nicht herumprobiert, ist draußen. Siehe Brochkaus. Es gibt aber interessante Beispiele, die zeigen, dass Internet und Kulturproduzenten Freunde werden können: Bands geben ihre Musik umsonst im Netz weg und verkaufen trotzdem massenhaft CDs, siehe Radiohead. Oder das Cory-Doctorow-Modell: Alle seine Bücher stehen frei auf seiner Webseite, trotzdem erleben sie eine Auflage nach der anderen. Und obwohl Filme im Netz stehen, gehen die Leute immer noch ins Kino. Kino ist eben ein sozialer Ort, ein Freitagabendritual.
Kreye schimpft über “parasitäre” digitale Strukturen:
An diesem Modell hat sich nur insofern etwas geändert, dass sich die Inhalte im Internet vervielfacht haben und nun zumeist von den traditionellen Kulturproduzenten oder im so genannten Web 2.0 von den Konsumenten selbst gratis angeboten werden. Da aber zeigt sich die parasitäre Wirkung des Internet ganz deutlich. Denn was bisher über das Netz transportiert wurde, waren nur Klone traditionelle Inhalte und Formen. Die vielgelobten Blogs und Sammelportale wiederum tun in den meisten Fällen nichts anderes, als traditionelle Inhalte durch eine Zweitverwertung noch weiter zu entwerten.
Naja. Indem ich, andere Blogger und natürlich Google den Kreye-Artikel verlinken, schaufeln wir SZ Online ein paar mehr PIs auf die Seite. Das freut die Bannerverkaufsabteilung, die nun den Anzeigenkunden höhere Preise abknöpfen kann. Was wiederum den Autoren der SZ zugute kommt. Die meisten Blogeinträge beziehen sich auf Artikel der Massenmedien, da sollten die sich eigentlich freuen und nicht Blogger immer als digitale Schmutzfinken brandmarken. Blogger entwerten keinesfalls Texte, indem sie kommentieren. Sie teilen ihre Gedanken mit anderen und bereichern so die Diskussion. Ok, ok, es gibt viele Blogs, da steht nur Müll drin. Ich zitiere hier gern Leonhard Dobusch: “Herrgott, 90 Prozent von allem ist Müll! Das ist bei Blogs nicht anders.”
Die Macht von Gatekeepern beklagt Kreye auch:
Was da als Demokratisierung und Befreiung gefeiert wird, ist letztendlich die Entwertung einer Kulturproduktion, die einer Industrie zu Gute kommt, die Kulturgüter als “Content” versteht, sowie Autoren und Kreative als “Content Provider”, als Inhaltslieferanten betrachtet. Es sind vor allem die Telekomriesen, die am Internet verdienen, weil sie den Zugang zu einer Verwertungskette verkaufen, in der selbst die Werbung nur ein zweiter oder dritter Schritt ist.
Stimmt. Nicht nur Telekomriesen, vor allem Google ist doch der größte Parasit aller Zeiten: Der Suchmaschinenengigant erschafft nix, bietet nur Zugang zu Inhalten - und verdient sich damit dumm und dämlich. Google News ist weltweit der größte Nachrichten-Anbieter, aber die beschäftigen keinen einzigen Journalisten. Das ist doch verrückt!
Das permanente Gestänkere gegen Blogs & Co. seitens Repräsentanten der Offline-Welt entspringt meiner Meinung nach einer tiefen Demütigung. Die Holzmedien samt Brockhaus und Andrian Kreye müssen sich längst die Lufthoheit über die öffentliche Meinung/Märkte mit Wettbewerbern aus dem Netz teilen. Das schmerzt. Wenn man nicht mehr der einzige Held auf dem Bolzplatz ist, sondern plötzlich viele mitkicken und manchmal auch treffen. Und jetzt hat die Wikipedia den 200 Jahre alten Brockhaus ganz vom Platz gefegt. Und die Schrankwandindustrie gleich mit.
February 17th, 2008
Deprecated: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in
/www/htdocs/w00748bc/wp-includes/formatting.php on line
82
Edgar Bronfman, Musikchef von Warner, hat sich rhetorisch aus dem Fenster gelehnt. Warner Music hat Tauschbörsen und das Internet lange ignoriert, bekämpft, kriminalisiert. Dieses Zitat lässt hoffen, dass sie es jetzt vielleicht mal mit einer anderen Strategie probieren.
Nun warnte Bronfman die Mobil-Industrie davor, dieselben Fehler wie die Musikindustrie zu machen. Deren Verweigerung gegenüber digitalen Zeitalters habe zum Krieg zwischen Musiklabels und Verbrauchern geführt. Dabei hätten sie den Verbrauchern nur nicht das geboten, was sie haben wollten, weshalb diese auf die Filesharing-Portale ausgewichen seien. Und das Ende vom Lied sei, dass der Verbraucher der Gewinner sei, sagte Bronfman.
Der ganze Artikel bei heise. Edgar, wir könnten Freunde werden.
November 19th, 2007
Next Posts
Previous Posts