Post von der NPD

Wahlwerbung lag im Briefkasten. Die Nazis um Holger “das braune Pausbäckchen” Apfel schreiben (nur Blödsinn) und weisen auf ihre Präsenz im “Weltnetz” hin. “Internet” klingt wohl nicht völkisch genug.

Add comment July 13th, 2008

Miro für alle

Ich wurde gebeten, zu schreiben, wie man zu einem “customized” Miro Player kommt. (Hintergrund.) Ziemlich einfach:

1. Schreibe den netten Menschen von der Participatory Culture Foundation (die geben den Miro Player raus) eine Mail. Jesse Patel (jessep [at] pculture.org) ist der Ansprechpartner.

2. Schicke den Miros einen opml-File mit all deinen Podcasts. Den integrieren sie in die “customized” Miro Version.

3. Zur Miro-Plattform gehört auch ein Programmführer, englisch “channel guide”, der über 4.000 RSS-Videokanäle beinhaltet. Die speziellen Versionen enthalten einen Programmführer, der nur die Podcasts des eigenen Senders enthält. Das ist z. B. der Programmführer des NDR.

4. Wer mag, kann noch auf das Design des Programmführers Einfluss nehmen - heißt eine simple Webseite bauen und den Miros liefern.

5. Den Rest machen die Miros. Mit denen kann man sehr gut zusammenarbeiten.

Auch bei den speziellen Versionen können Nutzer mit einem Klick jeden beliebigen Podcast anderer Anbieter hinzufügen.

Was ein eigens kostümierter Miro Player kostet? Wenig. Von dem Betrag könnte sich eine Handvoll Blogger einen Sommer lang täglich ein Eis kaufen. Zwei Kugeln jeder. Zum Vergleich: Der BBC iPlayer soll ja bisher mehrere Millionen Pfund verschlungen haben. Offizielle Infos zu “Cobranded Playern” auf getmiro.com.

Die Deutsche Welle hat auch eine eigene Version der Miro-Anwendung.

Add comment July 8th, 2008

Linearität ist Schwerstbehinderung

Netzahnunghaber wundern sich seit ewig, wie sich etablierte Fernsehsender im Internet aufführen. Mario Sixtus, einer der schlauesten Netzahnunghaber überhaupt, watscht in dem Beitrag “Fernsehen, sei umschlungen!” alle elegant ab, die immer noch ans lineare Bewegtbild glauben. Der Text ist auf sueddeutsche.de erschienen, Auszüge:

Technologischer Wandel und der mit ihm verbundene Niedergang existierender Industrien sind per se kein neues Phänomen. Von den 100 größten Aktiengesellschaften, die im Jahre 1900 an der New Yorker Börse gelistet waren, existierten hundert Jahre später nur noch zwei. Neu ist allerdings die Geschwindigkeit der Veränderungen. Und vermutlich ist es diese Dynamik, die erstaunlich viele Zeitgenossen aus der Medienbranche in das reflexive Verhalten eines alten Hausmeisters flüchten lässt. Erstens: das haben wir schon immer so gemacht, zweitens: da könnte ja jeder kommen, drittens: hier dürfen Sie nicht parken.

(…)

Alte Männer in maßgeschneiderten Anzügen und mit selbstzufriedenen Untertönen in den Stimmen erzählen auf diesen Podien dann immer wieder gerne, dass speziell ihre Fernsehsender starke Marken besäßen, hervorragend aufgestellt und gewappnet für die digitale Revolution seien, dass die Zukunft sowieso nur irgendwie eine buntere Version der Gegenwart und überhaupt sooo schlimm schon nicht werden wird. Zu solchen Gelegenheiten darf auch Gerhard Zeiler, Vorstandschef der RTL-Gruppe, so lustige Sätze sagen wie: “Das traditionelle Fernsehen wird auch in der digitalen Zukunft das Leitmedium Nummer eins bleiben.” Klar, Herr Zeiler, und diese kleinen, knatternden, benzingetriebenen Fahrzeuge werden nie zu einer Konkurrenz für eine anständig dampfende Eisenbahn.

(…)

Der Punkt mit der dezentralen Distribution gefällt mir besonders:

Dezentrale Distribution? Zur Erläuterung hilft eine kleine Rückblende zum beispiellosen Erfolg von Youtube: Als drei junge ehemalige Mitarbeiter des Internet-Bezahldienstes Paypal Anfang 2005 begannen, mit Videos im Web zu experimentieren, existierten online bereits etliche ähnliche Plattformen. Die Konkurrenz von Vimeo.com hatte schon ein paar Monate Vorsprung, andere Projekte, etwa das aus Israel stammende Metacafe.com, waren zu diesem Zeitpunkt sogar schon jahrelang aktiv. Auch Flash hatte sich bereits als Quasi-Standard für Videosströme etabliert. Das wirklich Innovative an Youtube war lediglich der Ansatz, nicht nur “Video on Demand” auf einer zentralen Plattform anzubieten, sondern auch “Video to go”, Filme zum Mitnehmen. Der Senkrechtstart der Youtuber basierte einzig und allein auf der kleinen Funktionalität, die es jedermann erlaubt, mit Hilfe eines kleinen Code-Schnipsels Youtube-Videos mitsamt einem Player in eigene Webseiten einzubetten…

(…)

Diese simple und unerhört effektive Methode, die eigenen Nutzer – oder wie es früher hieß: Zuschauer – Bewegtbilder wildwuchsartig im Web verteilen und vervielfältigen zu lassen, statt das Publikum zu sich zu befehlen, mag für die Youtube-Gründer einleuchtend gewesen sein. Medienmachern der alten Schule musste diese Vorstellung nachgerade bizarr erscheinen: Eigene, teuer produzierte TV-Ware sollte plötzlich in den Blogs fremder Menschen auftauchen? Vielleicht sogar angereichert um kritische Kommentare? Die Hoheit über die Verbreitung dem Mob schenken? Wozu dann überhaupt diese aufwendigen Portalseiten?

Sixtus schreibt auch über den Tod der Sendermarke:

Auf Hulu.com sollen US-Zuschauer bald TV-Serien und Filme der Premiumklasse genießen können, darunter Schlager wie “Heroes”, “CSI”, “Simpsons” und “Prison Break”. Auf Wunsch Full-Screen und in HD-ähnlicher Qualität. Gleichzeitig werden die Hulu-Inhalte auf namhaften Partnerseiten wie AOL, MSN und Yahoo zu sehen sein und wer will, kann eine Serienfolge sogar ratzfatz in die eigene Website einbauen.

Wer ein wenig Phantasie hat, kann erahnen, welche lautstarken Strategiediskussionen in den NBC- und News-Corp.-Chef-Etagen diesem Projekt wohl vorangegangen sind. Denn sosehr das ungebündelte Hulu-Konzept dem Nutzungsverhalten im Internet entgegenkommt, es opfert zugleich die heilige Kuh der TV-Welt: die Sendermarke. Vielleicht hat während dieser hitzigen Debatten sogar ein kluger Mensch eingeworfen: “Die Sendermarke interessiert im Netz sowieso keinen Menschen mehr.” Und falls dies so gewesen sein sollte, hätte dieser kluge Mensch zweifellos recht gehabt.

Add comment July 8th, 2008

Open Source + öffentlich-rechtlicher Sender = NDR Miro Player

“Miro-NDR-Player” heißt die wunderschöne Datei. In den 24 MB steckt: Der NDR Miro Player. (Kleinen Tusch jetzt bitte beim Lesen dazudenken.) Kurz und knapp: Der NDR wagt sich etwas in die Open-Source-Welt und bietet eine maßgeschneiderte Version der Miro-Plattform an (Download NDR Miro Player). Aus dem begleitenden Mini-Dossier:

Ab sofort bringt der NDR Miro Player alle Audio- und Videopodcasts des NDR auf die heimische Festplatte. Die Open-Source-Software ist eine maßgeschneiderte Version der populären Multimedia-Anwendung Miro, bei der die NDR Inhalte schon voreingestellt sind. Außerdem ist in die spezielle Edition ein Programmführer integriert, der die NDR Inhalte präsentiert. Der NDR Miro Player kann kostenlos heruntergeladen werden.

Aus der offiziellen Presse-Erklärung:

“Der NDR als öffentlich-rechtlicher Sender ist in hohem Maße interessiert daran, dass unsere Inhalte im Internet auch über freie, nicht-kommerzielle Plattformen angeboten werden”, so Joachim Knuth, Programmdirektor Hörfunk des NDR. “Wir freuen uns, dass unseren Gebührenzahlern nun mit dem NDR Miro Player zugleich eine besonders nutzerfreundliche Software zur Verfügung steht, um unsere Audio- und Videopodcasts herunterzuladen.”

Und weiter:

“Die ‘Participatory Culture Foundation’ freut sich, dass der NDR seine Inhalte über Miro anbietet”, so Dean Jansen (Direktor Öffentlichkeitsarbeit PCF). “Wir sind glücklich, den NDR Zuschauern bei der Entscheidung, wie sie NDR Programme sehen oder hören möchten, mehr Wahlmöglichkeiten geben zu können”, so Jansen weiter.

(Die PCF gibt den Player raus.)

Ich habe für das Dossier ein Interview mit Holmes Wilson (Gründer PCF) geführt. (Transparenzhinweis, zum gefühlten 47. Mal: Der NDR ist mein Arbeitgeber, ich war an dem Projekt beteiligt.) Holmes erklärt, warum die Mozilla Foundation Miro finanziell unterstützt:

Holmes Wilson: Mozilla und PCF haben einen ähnlichen Auftrag. Mit Firefox sorgt Mozilla dafür, dass das Internet frei zugänglich bleibt. Ein Browser ist schließlich das zentrale Fenster zum Netz, Firefox setzt auf freie Standards. Wir machen das gleiche für den Bereich Video. All unsere Anwendungen sind offen und frei. Miro ist wie Firefox - nur für Video.

Markus weist auf die schiefe Formulierung “nicht-kommerziell” in der Presse-Erklärung hin.

Add comment July 4th, 2008

Feilsharer immer dreister

Ahoi Polloi ist ein Comicblog, ein sehr gutes sogar. Jeden Tag gibt es einen neuen. Der vom 20. Juni gefällt mir sehr. Würde das Bild gerne einbinden. Es steht aber unter klassischem Urheberrecht, daher nur ein Link drauf.

Und wie so oft wünsche ich mir ein Zitatrecht für Bilder. Das Zitatrecht gilt ja leider nur für Text. Vielleicht kommt’s ja mal? Als sich das Urheberrecht entwickelt hat - 18. Jahrhundert - hatten wir eine textbasierte Kultur. Die Juristen haben daran gedacht, eine Schrankenbestimmung wie das Zitatrecht in die Paragraphen zu formulieren. Längst haben wir uns zu einer bilderhungrigen, visuellen Kultur entwickelt. Vielleicht schreiben fortschrittliche Juristen irgendwann mal - ich tippe auf das Jahr 2022 - ein Bilderzitatrecht ins Urheberrecht bzw. weiten es aus.

Bei der ersten re:publica habe ich übrigens Udo Vetter gefragt, wie er das mit dem Zitatrecht für Bilder sieht. Antwort: Doch, sowas wie ein Bilderzitatrecht gebe es. Eine andere anwesende Juristin verneinte kategorisch. Auf der re:publica 07 habe ich Till Jäger gefragt, der meinte: “Hängt vom Kontext ab.” Wen frage ich bloß nächstes Jahr?

2 comments June 24th, 2008

Faszinierend! Faszinierend!

Das letzte Wochenende habe ich auf einem BarCamp, genauer gesagt dem IdentityCamp in Bremen verbracht. Das war eine ganz erstaunliche Veranstaltung. Ich hätte nicht gedacht, dass sowas wirklich funktioniert. Hier der Bericht, den ich für NDR Online geschrieben habe: IdentityCamp: Die Konferenz der Wissensteiler


Bestes Zitat stammt von Caspar Bowden: “Most people give away their data for a chocolate bar.” Der Mann muss es wissen, er ist bei Microsoft “Chief Privacy Advisor” für Europa, Nahost und Afrika.

3 comments June 9th, 2008

Big Buck Bunny

Der neue Blender-Film Big Buck Bunny steht ab Freitag im Netz.

Add comment May 29th, 2008

Zitieren ist König

Die Helden meiner längst verflossenen Jugend, Weezer, huldigen in ihrem  Video “Pork and Beans” viralen Internet-Clips. Super. Via.
(Video-Einbau zerschießt leider das Layout dieses Blogs, kümmere ich mich demnächst drum.)

Add comment May 25th, 2008

Kontrolle ab 1,69 pro Tag

ueberwachung.jpg

Beim spazieren gehen entdeckt. Es drängen sich folgende Fragen auf

1. Wie will die Kontrollfrau mit den Fingernägeln eine Tastatur bedienen?
2. Was ist in der Kindheit des Gestalters dieser Anzeige schief gelaufen?
3. Warum ist Überwachung so verteufelt billig?

Von der Webseite der Firma:

Offene und versteckte Kameras sorgen für mehr Sicherheit gegen Raubüberfall und Diebstahl. Im Kampf gegen potentielle Bedrohungen werden sie ebenso eingesetzt wie gegen unehrliche Mitarbeiter. Sie können leider Ihre Augen nicht überall haben, aber wir bieten Ihnen eine Lösung, dass Sie es „fasst” können”. Für weniger als den Preis für eine Tasse Kaffee am Tag können Sie Ihr Objekt absichern und bei Bedarf mal sich kurz über das Internet am PC oder mit dem Handy/PDA einwählen und sehen, was gerade los ist…

Gruselig. Übrigens, liebe Überwacher: “Fast” schreibt sich mit einem “s”.

1 comment May 18th, 2008

Wo muss man klicken?

Die Nachricht über die Veröffentlichung der ARD Mediathek (Testversion) geistert seit einigen Tagen durchs Netz. Die Maus, der Elefant und der Armin erklären in diesem charmanten Video, wie sich das Portal bedienen lässt. (”Wortwolke” nehme ich in mein persönliches Internet-Erklär-Repertoire auf.) Ich persönlich bin ganz froh über die Orientierungshilfe… das mit der Übersichtlichkeit lösen die hoffentlich noch etwas eleganter. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Bildqualität ist gut. Dass je nach Sender und Format die Videos verschieden ausgespielt werden nicht.

Update 18.05.: Am letzten Donnerstag ist der Testversion-Vermerk verschwunden. Und diverse von mir geschaute Videos, die in den ersten Tagen noch in guter Qualität abrufbar waren, pixeln seitdem wischi-waschi vor sich hin.

Add comment May 13th, 2008

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