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Habe mich als Jurymitglied des diesjährigen “OpenMusicContest” in den letzten Tagen durch Stunden von Musik gehört. Mir schlackern jetzt noch die Ohren. Ich kenne jemanden, der sagt etwas gehässig, dass Creative Commons das “Urheberrecht der Dilettanten” sei. Nun ja. 4 Bands fand ich super, bei den anderen, ich sach mal… da ist noch Potential drin. Bin gespannt, wer das Rennen macht.
Auf jeden Fall ein schönes Projekt, das die Leute um Meik Michalke jährlich stemmen.
Beim OpenMusicContest des Marburger AStA handelt sich um einen bundesweiten, international einzigartigen Wettbewerb zur Diskussion um die Freiheit von Kultur mit besonderen Teilnahmebedingungen.
Die Musikstücke, mit denen sich die Bands bewerben, müssen unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. D.h. diese Musik wird “frei” — sie darf kopiert und verbreitet werden, solange dabei die Urheber/innen des Stücks genannt werden und wiederum auf die Lizenz hingewiesen wird. Dabei können die Bands darüber entscheiden, ob dies auch für die kommerzielle Nutzung gestattet ist, und ob die Stücke auch in veränderter Fassung verbreitet werden dürfen oder nicht. So ist es möglich, die veröffentlichten Sampler auch zum freien Download anzubieten. Der OpenMusicContest gilt als eines der größten Real-Life-Events der Creative Commons Community.
July 31st, 2008
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Der Mann mit der Überdosis Charisma hat gestern an der Siegessäule erwartungsgemäß über alles gesprochen, was man so sagen muss als Präsidentschaftskandidatenkandidat ((c) Extra 3). Was der deutsche Übersetzer gestern unterschlagen hat, aber mir beim nochmaligen Gucken auf Video und Dank Zweikanalton auffiel: Obama hat sogar iranische Blogger in seiner Rede untergebracht. Politiker Deutschlands, schaut auf diesen Mann!
July 25th, 2008
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Wie jeder normale Mensch nutze ich jede freie Minute, um zu überlegen, wie die Weltherrschaft am besten errungen werden kann. Der vielversprechendste Weg scheint mir eine Art Geheimbund/Gewerkschaft der Admins. Welche Macht diese Berufsgruppe hat/haben könnte, zeigt dieser bei heise.de beschriebene Vorfall:
Netzwerkadministratoren der Stadt San Francisco haben noch immer keinen Zugang zum Backbone des städtischen Computersystems. Ein Administrator und Mitgestalter des “FiberWAN-Network” hat sich in einer Art “Cyber-Coup” des Systems bemächtigt, indem er den Zugang auf ein Passwort beschränkte, das nur er kennt. Der IT-Fachmann, der seit Montag in Untersuchungshaft sitzt, weigert sich, das richtige Passwort herauszugeben.
…
Das FiberWAN-Network verwaltet laut Informationen des Online-Portals des San Francisco Chronicle 60 Prozent der Vorgänge der städtischen Behörden San Franciscos, hervorgehoben werden der E-Mail-Verkehr zwischen Behördenleitern, Strafakten von Ermittlungsbehörden und Gehaltsabrechnungen.
July 20th, 2008
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Ein Beitrag aus der Reihe “Technik macht mich überflüssig”: Ich leide an einer ausgeprägten Nachrichten- und Lesesucht und habe im Laufe meines Lebens haufenweise unnützes Wissen angesammelt. An meinem Status als Allwissende Müllhalde sägt seit Wochen das neue, tragbare Google-Gerät meines Freundes. Also er hat sich ein internetfähiges Handy zugelegt, und nachdem er mich irgendwas gefragt hat - zur politischen Situation in Kolumbien, woher die Adoptivkinder Brangelinas stammen oder wie das mit dem Telekom-Paket war - und er mit der Antwort nicht zufrieden ist, zückt er sein Handy und googelt nach. Manchmal fragt er mich gar nicht erst, sondern googelt sofort. Natürlich ist Google eine viel bessere Allwissende Müllhalde als ich. Das ist echt eine kränkende Erfahrung! Mmphfff.
July 19th, 2008
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tagesschau.de ist jetzt auch beim NDR Miro Player dabei.

Aus dem Tagesschau-Blog:
Meine NDR-Online-Kollegen haben vor ein paar Tagen zusammen mit dem Miro-Team einen Player entwickelt, den “NDR Miro Player”. Nun sind wir auch mit dabei und tauchen neben den NDR-Podcasts mit unseren tagesschau.de-Podcasts als voreingestellte Inhalte mit auf.
Sven wird “Kollege des Monats”.
Eintrag im Miro-Blog hier.
July 17th, 2008
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Eigentlich kann ich Künstler nicht leiden. Aber es gibt Ausnahmen. Die Leute von “Walk Through” machen ein interessantes Projekt auf, mit und über den Steindamm in St. Georg. Wenn man die Straße entlang läuft, trifft man streng gläubige Muslime, weniger streng gläubige Muslime, Drogenszene, Prostituierte samt Kundschaft, alles dabei. Idee ist, all diese Menschen in das Projekt mit einzubinden.
Der Versuch, ein künstlerisches Projekt auf eine Straße zu legen, ist begründet in der Vielfalt, der Divergenz, der Kontraste, den Nachbarschaften von Banalem und Tragischem, Bizarrem und Glanzlosem, dem Leben und Sterben einer Stadt auf engstem Raum.
Aus der Projektbeschreibung.
Boran Burchhardt arbeitet zum Beispiel mit den Leuten aus der Centrum-Moschee zusammen. Morgen ist Eröffnung und wer mag, kommt gerne vorbei.
Das superchice Projekt-Weblog stammt übrigens von Axel, der “Walk Through” mitorganisiert.
July 17th, 2008
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Ist es eine gute Idee, öffentlich-rechtliche Inhalte generell unter eine sehr freie Lizenz zu stellen? Z. B. unter eine cc-Lizenz, die die kommerzielle Nutzung erlaubt? Seit dem vorherigen Blogeintrag liegt meine Stirn in tiefen Denkfalten, den ganzen halben Tag Abend habe ich herumüberlegt.
Ich bin Fan davon, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre Inhalte frei lizenzieren. Immerhin bezahlt uns die Allgemeinheit.* Darum sollen die geschätzten Gebührenzahler das Recht haben, die mit ihren Geldern finanzierten Filme, Radiobeiträge oder Texte zu nutzen. Nun kann man argumentieren: Auch Unternehmen wie die “Zeit” müssen an die GEZ überweisen. Darum sollte der Traum von Herrn Blau, Chefredakteur bei Zeit Online, wahr werden: Sein Unternehmen zahlt, darum sollte es öffentlich-rechtliche Beiträge nutzen & die Inhalte einbinden dürfen und damit kommerziell verwerten.
Das Argument ist gut. Aber es gibt andere Argumente, die diese Option als eine unglückliche entlarven.
Wenn Dritte einen Inhalt kommerziell nutzen, sollten Urheber in irgendeiner Form beteiligt werden. Normalerweise wird z.B. ein Online-Zuschlag gezahlt, das würde mit einer radikal freien Lizenz wegfallen. Ich hätte Bauchschmerzen, wenn ein Unternehmen wie die Zeit mit ehemals öffentlich-rechtlichen Inhalten munter Werbegelder einstreichen würde, davon aber nichts an die Urheber zurückfließt.
Stellen wir uns mal vor, die ö-r stellen plötzlich ihre Inhalte unter die CC-BY. Knausrige Verleger werden sofort das Programm “Wir müssen Kosten sparen!” abspulen, eigene Journalisten nach Hause schicken und für lau die ö-r Inhalte nutzen. Eine Verarmung der deutschen Medienlandschaft wäre die Folge. Sehr unattraktiv, dieses Szenario.
Ich als Privatperson bin also weiter dafür, dass ö-r Inhalte frei lizenziert werden. Aber die kommerzielle Nutzung sollte untersagt bleiben. Die Nutzung zu privaten Zwecken immer gerne.
CC-BY mit Kulturflatrate wiederum kann ich mir vorstellen.
*Mich auch, ein warmes Lächeln an dieser Stelle an alle Gebührenzahler. (Dieser Satz sollte als Disclaimer durchgehen.)
July 15th, 2008
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Wolfgang Blau ist halbwegs neuer Chefredakteur von “Zeit Online”. In einem Interview mit “Infosat” äußert er einen Wunsch:
Digitalmagazin: Wird es auch Kooperationen mit Mediatheken anderer Sender wie Arte, ARD oder gar einem privaten Anbieter geben?
Blau: Wir sind für viele Ideen offen, privater wie öffentlich-rechtlicher Art. Man sollte aber nicht unterschätzen, wie unendlich kompliziert die Urheberrechtssituation bei der Online-Nutzung von Fernsehinhalten werden kann. Ich warte und hoffe auf den Tag, an dem öffentlich-rechtliche Sender ihre eigenen Inhalte unter einer Creative-Commons-Lizenz ins Netz stellen werden.
Die “unendliche komplizierte Urheberrechtssituation” plagt tatsächlich jeden, der im Online-Bereich arbeitet. Die Copyright-Bredouille erschwert den Öffentlich-Rechtlichen auch eine freiere Lizenzierung ihrer Inhalte. Wenn ich mal kurz aus dem gebührenfinanzierten Nähkästchen plaudern darf: Mein Arbeitgeber NDR hat ja ein kleines cc Projekt. Klein ist es, weil wir nur freigeben können, woran wir auch alle Rechte haben. Sobald Musik dabei ist (meistens der Fall), fällt die Option cc aus. Filmemacher arbeiten aus Gewohnheit mit GEMA-Musik, und die freie Musik gefällt ihnen oft nicht besonders. Oder es wird fremdes Filmmaterial verwendet, auch dann stirbt die cc-Option. Es gab diverse Anfragen von NDR Autoren, die gern ihre Sachen unter cc stellen wollten. Auftauchende rechtliche Unwägbarkeiten haben das immer verhindert.
Und selbst wenn die Situation besser wird, die Autoren z. B. nur freie Musik verwenden für Sachen, die ins Netz sollen - nie werden die öffentlich-rechtlichen Sender Lizenzen verwenden, die die kommerzielle Nutzung freigeben. (Das wäre eine Voraussetzung, damit Zeit Online öffentlich-rechtliche Inhalte ohne Nachfragen verwenden dürfte.) Dann wäre den Sendern der Zorn ihrer Autoren gewiss: Denen vermitteln, dass Dritte ihre Inhalte kommerziell nutzen dürfen, ohne dass sie, die Urheber, davon profitieren - unmögliche Aufgabe.
July 14th, 2008
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Wahlwerbung lag im Briefkasten. Die Nazis um Holger “das braune Pausbäckchen” Apfel schreiben (nur Blödsinn) und weisen auf ihre Präsenz im “Weltnetz” hin. “Internet” klingt wohl nicht völkisch genug.
July 13th, 2008
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Ich wurde gebeten, zu schreiben, wie man zu einem “customized” Miro Player kommt. (Hintergrund.) Ziemlich einfach:
1. Schreibe den netten Menschen von der Participatory Culture Foundation (die geben den Miro Player raus) eine Mail. Jesse Patel (jessep [at] pculture.org) ist der Ansprechpartner.
2. Schicke den Miros einen opml-File mit all deinen Podcasts. Den integrieren sie in die “customized” Miro Version.
3. Zur Miro-Plattform gehört auch ein Programmführer, englisch “channel guide”, der über 4.000 RSS-Videokanäle beinhaltet. Die speziellen Versionen enthalten einen Programmführer, der nur die Podcasts des eigenen Senders enthält. Das ist z. B. der Programmführer des NDR.
4. Wer mag, kann noch auf das Design des Programmführers Einfluss nehmen - heißt eine simple Webseite bauen und den Miros liefern.
5. Den Rest machen die Miros. Mit denen kann man sehr gut zusammenarbeiten.
Auch bei den speziellen Versionen können Nutzer mit einem Klick jeden beliebigen Podcast anderer Anbieter hinzufügen.
Was ein eigens kostümierter Miro Player kostet? Wenig. Von dem Betrag könnte sich eine Handvoll Blogger einen Sommer lang täglich ein Eis kaufen. Zwei Kugeln jeder. Zum Vergleich: Der BBC iPlayer soll ja bisher mehrere Millionen Pfund verschlungen haben. Offizielle Infos zu “Cobranded Playern” auf getmiro.com.
Die Deutsche Welle hat auch eine eigene Version der Miro-Anwendung.
July 8th, 2008
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